Österreichs Außenhandel mit Tschechien legt kräftig zu

Exportplus von 16,6 Prozent im ersten Quartal 2000 - Erhöhte Investitionstätigkeit sollte Auftragslage weiter ankurbeln

Wien (PWK578) - Die österreichischen Exporte in die Tschechische Republik wachsen zur Zeit schneller als in die übrigen mittel- und osteuropäischen Länder. "Im ersten Quartal 2000 konnte ein Exportplus von 16,6 Prozent verzeichnet werden, die Importe aus Tschechien erhöhten sich gegenüber der Vorjahresperiode um 20,2 Prozent. Die Ursache des positiven Trends liegt sicher in der Erholung der tschechischen Wirtschaft, die nach zweijähriger Rezession heuer erstmals wieder ein Wachstum aufweist (Prognose 2000: +1,4 Prozent). Ähnliches gilt für die Industrieproduktion mit plus 1,7 Prozent", berichtet Michael Angerer, Österreichs Handelsdelegierter auf der WKÖ-Außenhandelsstelle in Prag.

Auch die Investitionstätigkeit in der Tschechischen Republik nehme wieder zu und lasse ein Ansteigen der Ausrüstungslieferungen der österreichischen Industrie erwarten, erklärt Angerer. "Zur Renovierung bestehender sowie zum Aufbau neuer Betriebe und Produktionsstätten werden vor allem verbesserte maschinelle Ausrüstungen benötigt, die von den geographisch nahen und qualitativ hochwertigen österreichischen Lieferanten konkurrenzfähig angeboten werden können." Außerdem ist Österreich selbst der drittwichtigste Auslandsinvestor in Tschechien.

Ein Indiz dafür, dass sich die österreichischen Industriebetriebe dieser Chance auch bewusst sind, ist sicher die überaus starke Beteiligung Österreichs an der größten Messe Tschechiens, der Internationalen Maschinenbaumesse Brünn. "Mehr als 100 österreichische Einzelaussteller werden sich dabei von 18. bis 22. September präsentieren. Darüber hinaus wird die österreichische Wirtschaft durch einen eigenen Informationsstand des WIFI Österreich vertreten sein", weiß Angerer.

Österreichs wichtigste Exportprodukte in die Tschechische Republik sind raffinierte Erdölprodukte, Maschinen und Fahrzeuge, verschiedene Halbfertigwaren wie Eisen und Stahl, Bleche im Bereich der Kfz-Zulieferung, Papier und Pappe sowie chemische und pharmazeutische Erzeugnisse.

Die Einfuhren aus Tschechien, die seit drei Jahren noch stärker als die österreichischen Exporte wachsen, sind in erster Linie Kraftfahrzeuge - insbesondere der Firma Skoda -, Holz und Holzwaren, Kohle und Koks, Stahl und Stahlprodukte sowie Bekleidung. 1999 erreichten die Importe aus Tschechien einen Wert von 22,4 Mrd Schilling. Damit kann bereits annähernd von einer ausgeglichenen Handelsbilanz mit Österreich - die Exporte betrugen 23,4 Mrd Schilling - gesprochen werden.

Günstig auf den bilateralen Außenhandel dürfte sich auch der voranschreitende Privatisierungsprozess in der Tschechischen Republik auswirken. "So wird beispielsweise die Banken-Privatisierung heuer zum Großteil abgeschlossen, wodurch sich die Situation bei der Kreditvergabe vor allem für Klein- und Mittelbetriebe deutlich verbessern dürfte", berichtet der österreichische Handelsdelegierte in Prag. (Ne)

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