ARBÖ: Sturm- und Hagelschäden nur durch Kaskoversicherung gedeckt

Wien (ARBÖ) - Durch den gestrigen Hagelsturm und herabfallende Äste sind auch zahlreiche Autos und Motorräder in Mitleidenschaft gezogen worden. Viele Fahrzeugbesitzer erkundigen sich deshalb
beim ARBÖ, wer für Sturm- und Hagelschäden haftet.

Sturm- und Hagelschäden werden in den meisten Fällen nur von der Kaskoversicherung gedeckt. Laut ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert sind dabei aber auch die Rahmenbedingungen wichtig:
"Von einem Sturm spricht man erst ab Windgeschwindigkeiten von 60 km/h, eben ein Sturm, der gestern über weite Teile von Österreich gefegt ist." Die Haftungsfrage, etwa bei umgestürzten Bäumen ist durch das Gesetz klar geregelt: Ein umgestürzter Baum blockiert
die Straße. Aufgrund dieses Verkehrshindernisses kommt es zu einem Unfall. "In diesem Fall kann die Wegehalterhaftung eintreten -allerdings nur dann, wenn ein gravierendes Verschulden des Straßenerhalters nachgewiesen werden kann." In der Praxis bedeutet das: "Je wichtiger die Verkehrsverbindung ist, desto rascher muss der Wegehalter das Hindernis wegräumen", erläutert die ARBÖ-Verkehrsjuristin.

Wird ein Fahrzeug von einem Ast getroffen und beschädigt so haftet niemand, weil das Ereignis auf höherer Gewalt beruht. Das gilt für parkende, vor der Ampel haltende oder fahrende Autos.
"Nur wenn der Baum offensichtlich schon vorher morsch war, könnte der Liegenschaftsbesitzer zur Haftung herangezogen werden", lässt die ARBÖ-Verkehrsjuristin ein Versicherungs-Schlupfloch offen. "Diese Morschheit des Baumes muss allerdings vom Geschädigten erst bewiesen werden."

Wird ein Fahrzeug durch herabstürzende Dachteile
(beispielsweise Ziegelsteine, Blumentöpfe) beschädigt, so gilt ähnliches wie bei den umgestürzten Bäumen: "Ist dem Hausbesitzer schuldhaftes Verhalten nachzuweisen, so kann dieser auch dafür haftbar gemacht werden", weiß ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert.

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