Unfallgefahr: Ungesichertes Ladegut!

Unkorrekt gesichertes Ladegut verursacht jeden vierten Lkw-Unfall - Ausweg aus dem vermeidbaren Risiko: Fahrerlaubnis soll europaweit an Kenntnis der Ladungssicherung gebunden werden -derzeit bietet das KfV Seminare zur Ladegutsicherung und Module für Berufslenker an

Wien (OTS) - Jeder vierte Lkw-Unfall wird durch unsachgemäß gesichertes Ladegut verursacht. Die Folgen dieser tonnenschweren Unfälle sind oft verheerend: Die nachfolgenden Lenker und Beifahrer können von Glück reden, wenn sie mit dem Leben davonkommen, ihre Autos sind danach nicht mehr wieder zu erkennen. Der Lkw-Fahrer riskiert, mit seinem Gefährt umzukippen oder vom Ladegut erdrückt zu werden - in jedem Fall ist die Fahrbahn wegen Räumungsarbeiten für Stunden gesperrt. Die aufgrund einer Nachlässigkeit verursachten menschlichen Tragödien und volkswirtschaftlichen Schäden sind enorm. Dabei wären sie so leicht zu vermeiden. Grund für die KfV-Experten Maßnahmen zu fordern, um das Risiko Ladegut zu minimieren:

Fahrer haftet immer für verkehrssichere Verwahrung des Ladeguts

Im derzeitigen Ausbildungssystem für Lkw-Fahrer wird das Thema Ladungssicherung stiefmütterlich behandelt. Das ist ein unsäglicher Mißstand, denn der Fahrer ist dafür verantwortlich, daß die Ladung ordnungsgemäß (d.h. verkehrssicher) verwahrt ist. Auch wenn der Fahrer nicht selbst verladen hat, haftet er für die verkehrssichere Verwahrung. Denn im Fall eines Unfalls aufgrund unsachgemäß verwahrten Ladeguts wird der Fahrer zur Rechenschaft gezogen. Den Zulassungsbesitzer treffen dann nur die kraftfahrrechtlichen Bestimmungen, d.h. ob ein geeignetes Fahrzeug verwendet wurde, das die Anforderungen betreffend Achsenlast und Gesamtgewicht erfüllt. Weiters muß der Fahrer die Fahrgeschwindigkeit an die Beschaffenheit und das Gewicht der Ladung anpassen.

Ein ladegutorientiertes Ausbildungssystem in ganz Europa

Eine Ausbildung, die das Ladegut entsprechend berücksichtigt, liefert dem Fahrer das nötige Know-how, das er für den täglichen Umgang mit der Ladung braucht. Das KfV strebt eine für den EU-Raum einheitliche Regelung an, die der Unfallgefahr Ladegut Rechnung trägt.

Das KfV hat ein Konzept entwickelt, das die Fahrerlaubnis an die Kenntnis der Ladesicherung bindet: Jeder Fahrer sollte nur mit der Fracht fahren, die er nachweislich sachgemäß verladen und sichern kann. Dafür wird die Fahrerlaubnis für bestimmte Gruppen von Ladungstypen gestaffelt.

So sieht der Entwurf für den "Ladegut-Schein" aus:

- Die Lenkberechtigung der Klasse C wird auf leere Fahrzeuge und auf die "Standardladungstypen" eingeschränkt: Stückgut auf Paletten, auf Kipper (z.B. Sand, Schotter) und in Mulde (z.B. Bauschutt).

- Um andere Typen von Ladegut zu transportieren, muß der Fahrer eine Zusatzausbildung in Form eines theoretischen und praktischen Seminars absolvieren.

Für Spediteure, die durch das Risiko der Beladung, die Folgekosten und den Imageverlust bereits alarmiert sind, bietet das KfV freiwillige Sofortmaßnahmen:

- Ladegutseminare: In diesem eintägigen Workshop stehen rechtliche und technische Fragen sowie Ladungssicherung in der Praxis auf dem Lehrplan. Informationen unter KfV-Sicherheitsakademie, Frau Körmer, Tel.: (01) 71 770-222.

- Berufslenker-Module: Das KfV hat ein neunstufiges Modul entwickelt, das die Berufsfahrer fit für die Anforderungen der Straße macht und Unternehmer beim Risikomanagement unterstützt. Informationen unter: www.drive.at.

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