SP-Ludwig zu gemeinsamer Obsorge: Leidtragende wären die Kinder

Wien (SPW) "Gemeinsame Obsorge bedeutet nicht die gemeinsame Sorge um das Wohl des Kindes, stattdessen könnte sie als Druckmittel bei und nach der Scheidung verwendet werden. Die Leidtragenden wären die Kinder, auf deren Rücken Konflikte ausgetragen würden", kritisierte die Wiener SPÖ-Frauensekretärin, LAbg. Martina Ludwig am Dienstag das Regierungsvorhaben von ÖVP und FPÖ. "Die momentane Gesetzeslage hindert niemanden daran, auch nach der Scheidung im gegenseitigen Einvernehmen für Kinder zu sorgen und Entscheidungen gemeinsam zu fällen", so Ludwig. ****

Eine Scheidung gehe oft mit Konflikten einher, und diese Konflikte würden durch das Vorhaben der Bundesregierung verschärft, so die Wiener SPÖ-Frauensekretärin weiter. Denn der Regierungsplan sehe auch vor, dass die gemeinsame Obsorge gleich nach der Scheidung, also ohne "Abkühlphase", beantragt werden könne - und zu diesem Zeitpunkt wäre eine Beurteilung des späteren Miteinander-Auskommens keinesfalls möglich. Eine Scheidung sei für alle Familien ohnehin schon sehr belastend, durch die geplante Gesetzesänderung würde diese problematische Situation noch weiter verschärft", gab Ludwig zu bedenken. "Auch Fachfrauen, die mit Krisensituationen und mit Gewalt in Familien befasst sind, warnen vor dem zusätzlichen Konfliktpotenzial, das durch die gemeinsame Obsorge geschaffen würde", so die Wiener SPÖ-Frauensekretärin. Letztlich laufe der FPÖVP-Vorschlag darauf hinaus, dass der Elternteil, bei dem das Kind nicht wohnt - üblicherweise der Vater - sämtliche Rechte hätte, und der Elternteil, der tageintagaus für das Kind sorgt - üblicherweise die Mutter -, müsste sich den Entscheidungen des "pflichtfreien" Expartners beugen, so Ludwig abschließend. (Schluss) gd

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