"Zeitreise in die Vergangenheit" mit der Gewerkschaft HGPD

Neuer Bundessektionsobmann Schenner kritisiert unflexible Haltung der Gewerkschaftsvertreter

Wien (PWK571) - An ein echtes "Deja vu"-Erlebnis, das an eine Zeitreise in die Vergangenheit gemahnt, erinnert den neuen Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Johann Schenner, die Pressekonferenz der Gastgewerbe-Gewerkschaft der HGPD. "Es kommen immer die gleichen Argumente aus der gewerkschaftlichen Mottenkiste, von einer Bereitschaft, aktiv auf geänderte Rahmenbedingungen einzugehen, ist leider nichts zu bemerken", kritisiert der Sektionsobmann. Wem das Interesse der Branche am Herzen liegt, der müsse sich für mehr Flexibilität und Öffnung einsetzen.

Man müsse doch eigentlich froh sein, dass es der Tourismuswirtschaft trotz widriger äußerer Umstände gut geht und ein Bedarf nach zusätzlichen Arbeitskräften besteht. Wenn offene Stellen durch einheimische Mitarbeiter, an denen auch den Betrieben in erster Linie gelegen ist, nicht besetzt werden können, bleibe eben nur mehr die Heranziehung von ausländischen Mitarbeitern. Ein kategorisches Njet sei hier völlig kontraproduktiv. Die Saisonniersregelung bringe, so Schenner weiter, auch eine Reihe von Vorteilen mit sich. Ausländische Mitarbeiter aus den kommenden EU-Mitgliedsländern erhielten durch "learning by doing" in Österreich die Möglichkeit, das Qualitätsniveau in ihrem Land positiv zu beeinflussen: "Angesichts bald geöffneter Grenzen wird der Ausbildungswert der Saisonnierbeschäftigung viel zu wenig erkannt", wundert sich Schenner über das Verharren der Gewerkschaftsvertreter in alten Denkmustern. "Es ist traurig, dass die Sozialpartner nicht über ihren Schatten springen können."

Ähnliches gelte für das von der Gewerkschaft in dem Pressegespräch kritisierte neue Berufsbild des Hotelfachmannes. Man werde den Verdacht nicht los, dass die Gewerkschaftsvertreter nur aus alten Denkgewohnheiten heraus dagegen sind, obwohl die Praxis nach solchen Mitarbeitern verlangt. Die Branche sei jedenfalls erfreut darüber, dass das Wirtschaftsministerium, ebenso wie bei der Saisonnierfrage, den berechtigten Wünschen des Fremdenverkehrs entgegenkommen will.

Der Tourismus als serviceorientierter Wirtschaftszweig müsse auf Kundenwünsche Rücksicht nehmen. Eine Arbeitsmöglichkeit bis 23.00 Uhr komme daher sowohl den Gästen als auch letztlich den Beschäftigten selber zugute. Die von der Gewerkschaft kolportierten Zahlen, wieviele Mitarbeiter sich die Unternehmer durch die Beschäftigung Jugendlicher bis 23.00 Uhr (bisher 22.00 Uhr, bei insgesamt gleicher Arbeitszeit) "ersparen" könnten, bezeichnete Schenner als geradezu grotesk. "Mehr Öffnung und eine flexiblere Haltung sind die besten Garanten dafür, die Anforderungen der Zukunft meistern zu können", schloss Schenner. (hp)

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