Rasante Entwicklung der österreichischen Fitnessbranche

Wachsende Bedeutung als Arbeitgeber - Span fordert bessere Rahmenbedingungen für die Branche

Wien (PWK570) - Das zunehmende Gesundheits- und Körperbewusstsein lässt die Fitness-Branche in Österreich kräftig wachsen. Laut Statistik des Fachverbandes Freizeitbetriebe gab es im Jahr 1999 österreichweit 774 gewerbliche Fitnessbetriebe (Fitness-Studios), gegenüber 734 bzw. 714 in den Jahren 1998 und 1997. Dies ergibt ein kontinuierliches Wachstum von 4,5 Prozent pro Jahr. Rund 650.000 Österreicherinnen und Österreicher sind Mitglied in einem gewerblichen Fitnessbetrieb. Insgesamt zeichnet die Branche für einen Umsatz von rund drei Milliarden Schilling verantwortlich. Rechnet man die Nebenumsätze (Shop, Solarium, Sauna, Buffet etc.) hinzu, beträgt der Gesamtumsatz der Branche knapp fünf Milliarden, stellte Fachverbandsvorsteher Gerhard Span Dienstag in einem Gespräch fest. Mittelfristig (innerhalb der nächsten fünf Jahre) sei eine Steigerung von ca. 25 - 30 Prozent zu erwarten.

"Die Branche wird zusehends qualitätsorientierter, damit aber auch kapitalintensiver", führte Span aus. Kooperationen, Kettenbildung, Franchise nehmen zu. Derzeit werden im Durchschnitt nur rund 15 Prozent der Betriebe als Pacht bzw. Franchisebetrieb geführt. Dies sei im Vergleich zum Ausland außerordentlich niedrig. Am Boom mitnaschen dürften immer stärker ausländische Ketten- und Franchisebetriebe.

Um der verschärften Konkurrenz und den gesteigerten Kundenwünschen gerecht werden zu können, sei eine stetige Weiterentwicklung der Qualitätsstandards, insbesondere bei der Ausbildung, erforderlich. In diesen Bereichen hat der Fachverband in der Vergangenheit bereits einige Initiativen gesetzt, betonte Span.

Die 774 österreichischen Fitnessbetriebe bieten ein wachsendes Potential an qualitativ hochstehenden Arbeitsplätzen. Neben Beschäftigungsmöglichkeiten für Absolventen sportpädagogischer Ausbildungen (BAfL etc.) werden seit dem Vorjahr auch Lehrlinge in der Fitnessbranche ausgebildet. Der Lehrberuf "FitnessbetreuerIn" erfreut sich großer Beliebtheit. Derzeit bestehen bereits über 100 Lehrverträge. Die hochstehende Ausbildung deckt ein breites Spektrum ab - von Anatomie und Sportphysiologie über Ernährungslehre bis hin zu Animation und Kundenberatung.

Der Lehrberuf wurde ursprünglich befristet als Ausbildungsversuch eingerichtet. Aufgrund der guten Erfahrungen ist das Wirtschaftsministerium nunmehr bereit, diesen Ausbildungsversuch vorzeitig in einen ordentlichen Lehrberuf überzuführen, freut sich Span.

"Die große wirtschaftliche Bedeutung des Sports und der gewerblichen Fitnessbetriebe steht außer Zweifel. Leider beschränkt sich das Augenmerk des Staates nach wie vor auf die einseitige Förderung des Vereins(breiten)sports. Die Leistungen der gewerblichen Sportbetriebe, die sich auf einem immer härter werdenden freien Markt behaupten müssen, werden in diesem Zusammenhang völlig ignoriert", kritisierte der Fachverbandsvorsteher. Durch die privilegierte Behandlung des Vereinssports in vielen Bereichen, insbesondere bei den Steuern, bewirke der Staat letztlich eine Wettbewerbsverzerrung. Viele der sogenannten "gemeinnützigen" Vereine und Verbände hätten in letzter Zeit ihr Angebot ständig erweitert und seien damit zu direkten Konkurrenten der gewerblichen Betriebe geworden. Eine steuerliche Gleichbehandlung wäre daher dringend erforderlich.

Gefordert wird weiters die steuerliche Absetzbarkeit der Ausgaben für Mitgliedsbeiträge in gewerblichen Fitnessbetrieben sowie die Berücksichtigung von Aufwendungen für die präventive Gesundheitsvorsorge im Rahmen der Krankenversicherungsbeiträge. (hp)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4363
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wkoe.wk.or.at
http://www.wko.at/Presse

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK