Wirtschaftskammer: Hohe Zuwachsrate bei Lehrverträgen Ende Juni

Jährliche Horrorszenarien der Arbeitnehmerseite nach Schulschluss kontraproduktiv

Wien (PWK569) - "Per 30.6.2000 lag die Zahl der eingelangten Lehrverträge mit 13.242 um 1.205 oder 9 Prozent über der Vergleichszahl des Vorjahres. Bemerkenswert ist dabei, dass alle Bundesländer Zuwächse verzeichnen. Es zeigt sich, dass mit der Schaffung zahlreicher neuer Lehrberufe in den letzten zwei Jahren, die nun voll zu wirken beginnt, sowie mit der Verbesserung der Rahmenbedingungen der Lehrlingsausbildung durch das Steuerreformgesetz der richtige Weg beschritten wurde", stellt Alfred Duschanek, Leiter der Abteilung Bildungspolitik und Wissenschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich der soeben erschienenen Zahlen fest.

Spitzenreiter ist Tirol mit einem Zuwachs gegenüber Ende Juni des Vorjahres von 15,8 Prozent, gefolgt von Vorarlberg mit plus 13,6 Prozent und Kärnten mit plus 13,5 Prozent. Oberösterreich verzeichnet ein Plus von 11,7 Prozent, die Steiermark von 10,7 Prozent, Wien weist eine Steigerung um 6,9 Prozent auf sowie Niederösterreich 4,8 Prozent, Salzburg 4,3 Prozent und das Burgenland 2,5 Prozent.

Um noch mehr vor allem junge und neue Betriebe zur Lehrlingsausbildung zu motivieren, ist auf Drängen der Wirtschaftskammer eine weitere Modernisierung der Rahmenbedingungen für die Lehre zu erwarten. Die morgen im Nationalrat zu beschließende BAG-Novelle sieht eine Verlängerung der Probezeit und eine Verkürzung der Behaltezeit vor. Außerdem soll die Befreiung der Lehrbetriebe von der Bezahlung des Beitrags zur Unfallversicherung im 1. Lehrjahr verlängert werden und im für die österreichische Wirtschaft wichtigen Bereich des Tourismus die Beschäftigung von Jugendlichen über 16 Jahren bis 23 Uhr ermöglicht werden.

Darüber hinaus ist vorgesehen, durch einige Änderungen im Berufsausbildungsgesetz die Vorlehre attraktiver zu machen und somit auch für schwächere Jugendliche mehr Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen zu können. Eine Fortführung der Lehrlingsstiftungen ist, da der anhaltende Aufwärtstrend der Lehrvertragszahlen zeigt, dass die Wirtschaft verstärkt Lehrlinge aufnimmt, nicht mehr erforderlich. Falls notwendig, sollen Lehrgänge in einem entsprechenden Ausmaß angeboten werden.

"Die Erlassung von 17 neuen bzw. neu geordneten Lehrberufen, gerade noch rechtzeitig zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres im kommenden Herbst, werden den Aufwärtstrend auch für die nächsten Jahre sichern helfen", ist Duschanek überzeugt. Es wurde der wichtige Bereich des Einzelhandels neu geordnet und die neuen Lehrberufe Baumaschinentechnik, Fleischverarbeitung, Fleischverkauf, Schuhfertigung und Veranstaltungstechnik erlassen. Mit der zusätzlichen Neuordnung von Lehrberufen wie Augenoptik, Chemielabortechnik, Holz- und Sägetechnik etc. sollen wichtige Impulse für den Lehrstellenmarkt und die österreichische Wirtschaft ausgehen. (pt)

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