WirtschaftsBlatt über den Anlegerpreis als Gütesiegel für Börseunternehmen von Erwin Frasl

Wien (OTS) - Jemandem sein Geld anzuvertrauen, ist eine sensible Sache. Das haben die Österreicher am Fall Bank Burgenland wieder einmal leidvoll gelernt. Bei der Bank Burgenland haftet allerdings das Land mit Milliardenbeträgen für das Missmanagement des Unternehmens, sodass die Sparbuch-Sparer fürs Erste beruhigt sein können. Da haben es Aktionäre viel schwerer. Sie geben ihr gutes Geld her, um sich an einem privaten Unternehmen direkt zu beteiligen. Wenn sie hier in die falschen Unternehmen investieren, sind sie ihr Geld blitzschnell wieder los. Kein Wunder, dass die Österreicher bei der Geldanlage besonders vorsichtig sind: Noch 1998 wurde vom privaten Geldvermögen in Höhe von 3226 Milliarden Schilling knapp mehr als die Hälfte (52 Prozent) als Spareinlagen gehalten. Lebensversicherungen und Pensionskassen managten 15 Prozent der Ersparnisse der Österreicher, zehn Prozent waren in Investmentzertifikaten angelegt, ebenfalls zehn Prozent in festverzinslichen Wertpapieren. Nur zwei Prozent hatten die Österreicher in Aktien investiert. Allerdings nimmt die Attraktivität der Aktie zu. Wenngleich viel zu langsam. Viele Unternehmen scheuen noch davor zurück, sich gegenüber privaten Anlegern zu öffnen. Denn sich Geld von den Aktionären zu holen, bedeutet auch die Notwendigkeit, die neuen Geldgeber intensiv und permanent über das Geschick des Unternehmens zu informieren. Und es bedeutet auch, sich einem harten globalen Wettbewerb zu stellen. Denn die Investoren vergleichen beinhart, wer der beste Wirt ist, dem sie ihr Geld anvertrauen. Dank Globalisierung wird von den Investoren Kapital immer wieder blitzschnell zwischen Unternehmen aller Kontinente umgeschichtet. Viele östereichische Unternehmen müssen sich daher enorm anstrengen, um den Ansprüchen von Aktionären zu genügen. Um mitzuhelfen, den österreichischen Aktienmarkt transparenter zu machen, den Aktienbesitz zu fördern und den Anlegern zu helfen, sich bestmöglich zu informieren, vergibt das WirtschaftsBlatt jährlich einen Anlegerpreis. Damit werden Unternehmen ausgezeichnet, die sich besonders intensiv um ihre Aktionäre kümmern. Im Vorjahr wurde die Austria Tabak zum Sieger gekürt. Heuer heisst der Sieger AT&S. Diese Vorbilder sind nicht nur für die Anleger attraktiv, sondern sie leisten auch wichtige Entwicklungshilfe auf dem Weg zu eigenkapitalstarken Unternehmen in Österreich. (Schluss) ejf

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