Der verborgene See unter dem Neusiedler See

Europas größtes Mineralwasservorkommen liegt im Nordburgenland

Neusiedl/See (OTS) - In Österreich finden sich die größten Mineralwässervorkommen nicht in den Alpen, sondern unter dem Neusiedler See im Burgenland. Dieser Naturschatz unter einer Fläche von 250 Quadratkilometern wurde wohl schon 1955 entdeckt und beinhaltet zudem das größte Mineralwasservorkommen Europas, ist aber bisher noch weitgehend kommerziell unerschlossen und wurde bisher nur an wenigen Stellen "angezapft". Im Ortszentrum der Gemeinde Illmitz liegt die wohl bekannteste, 1931 auf 188,5 m abgeteufte "Bartholomäusquelle". Nur ein paar Kilometer davon entfernt, im Sandeck, fließt seit etlichen Jahrzehnten kaum genutzt Mineralwasser:
die Schwefelquelle "Gastrina". Und auf dem Gelände von Neusiedl am See wurde auf 138 Meter Tiefe ein kohlendioxidreicher Säuerling angebohrt.

Wo Mineralquellen sind, finden sich auch tektonische Bruchlinien, wobei das Gebiet eine besonders lebhafte Bruchtektonik aufweist: Vor 15 Millionen Jahren entstand der Mörbischer Bruch (zwischen Mörbisch und Rust; mit einer Sprunghöhe von 800 Metern, die die vertikale Verschiebung an der Bruchfläche anzeigt), der Oggauer Randbruch, der Neusiedler Bruch von Neudorf über Neusiedl bis in den See sowie der Mönchhofer Fischerhüttenbruch von Mönchhof über Illmitz nach Ungarn (100 Meter Sprunghöhe).

Das Neusiedler See weist äußerst unterschiedliche Mineralwässertypen - zum Teil Spitzenqualitäten - auf. Eigentlich sind es zwei getrennte Stockwerke, in denen am Neusiedler See Mineralwässer vorkommen. Das obere reicht in etwa 150 Metern Tiefe und liefert hochkonzentrierte Natrium- und Magnesiumsulfatwässer. Die Heilwirkung solcher Mineralwässer ist bei Leber- und Gallenleiden nachgewiesen. In den obersten Schichten des unteren Mineralwasserstockes (bis 800 bzw. bis 1200 Meter) wurden fluorreiche Kochsalzlösungen angetroffen, die zur Regulation der Magensäure geeignet sind. Es handelt sich dabei um ehemalige Meerwässer aus der Jungtertiär (25 bis 2 Mio. Jahre), eingeschlossen in die Poren der Schichten.

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