Industrie fordert weitere Liberalisierungen der Infrastruktur

Tarifsenkungen erhöhen Wettbewerbsfähigkeit - Tessmar-Pfohl: "Liberalisierung wirkt wie Frischzellenkur"

Wien (PWK564) - ACHTUNG!!!!! S P E R R F R I S T 15:00 Uhr !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

"Ein attraktives und am letzten Stand der Technik
befindliches Telekommunikations-Angebot ist Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur und damit auch für die globale Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Österreich", erklärte Werner Tessmar-Pfohl, neuer Obmann der Bundessektion Industrie, am Montag bei der Präsentation einer Studie, wie sich die Kundenzufriedenheit der Industrie mit dem Telekomangebot in Österreich seit der Liberalisierung vor zweieinhalb Jahren verändert hat.

Die Bedeutung der Infrastruktur rücke zunehmend in den Mittelpunkt wirtschaftspolitischer Überlegungen. Dafür sorgten die sich radikal ändernden Rahmenbedingungen wie die EU-Erweiterung, ein verschärfter Wettbewerb zwischen den Standorten oder die neuen WTO-Regelungen. Wachstumstheoretische Überlegungen der Nationalökonomie bestätigten, dass Infrastrukturinvestitionen positive Auswirkungen auf die Produktivitätsentwicklungen des privaten Sektors haben.

"Tatsache ist, dass im Infrastrukturbereich Telekommunikation seit der Liberalisierung nicht nur die Preise deutlich gesunken sind, sondern auch die Attraktivität des Angebots stark zugenommen hat. Das zeigt, wie wohltuend sich Wettbewerb auf die Preis/Leistungsverhältnisse auswirkt und hat Beispielswirkungen für alle anderen Infrastrukturbereiche", sagte Tessmar-Pfohl. Die Liberalisierung wirkt auf die betroffenen Infrastrukturbereiche wie eine Frischzellenkur. Im Bereich der Sprachtelefonie konnte im letzten Jahr bereits eine Milliarde Schilling an Kosten eingespart werden.

Auch bei der Elektrizitätsversorgung würden die Industriebetriebe schon jetzt die leistungssteigernde Wirkung spüren. "Die Phantasie bei Kosteneinsparungen ist regelrecht entfesselnd. Diese Dynamik wird sich mit der Novelle zum ElWOG noch beschleunigen", ist Tessmar-Pfohl überzeugt.

Beim eBusiness gäbe es hingegen in Österreich noch viel zu tun, um im internationalen Standortwettbewerb mithalten zu können. Tessmar-Pfohl wies in diesem Zusammenhang auf den "eEurope Action Plan" hin, der beim jüngsten EU-Gipfel in Feira verabschiedet wurde und Europa auf eine kompetitive, dynamische und wissensbasierte Gesellschaft vorbereiten soll. Kurzfristiges Ziel sei es, die Kosten beim Internetzugang durch das sogenannte "Unbundling" zu senken. Auch die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums sei ein wichtiges Ziel für eine wissensbasierte und wettbewerbsfähige europäische Industrie. Voraussetzung für eine erfolgreiche Forschungs- und Technologiepolitik sei jedoch eine Neuorientierung der Bildungspolitik: "Was nützen uns 'high sophisticated'-Produkte, wenn es an Menschen fehlt, die diese bedienen".

Als eher dunkles Kapitel des Infrastrukturangebots bezeichnete der Obmann den Gütertransport. "Ich befürchte, dass nicht nur die notorischen Finanzierungsengpässe der öffentlichen Hand, sondern auch die Schranken in den Köpfen mancher Verantwortlicher neuen und innovativen Lösungen entgegen stehen. Phantasievolle und pfiffige Modelle des Public Private Partnership muss man in Österreich immer noch mit der Lupe suchen", so Tessmar-Pfohl. Ein neuer erfolgsversprechender Versuch werde derzeit gerade in Linz mit der Umfahrung Ebelsberg unternommen. Dringend notwendig sei auch eine Entflechtung der Transportleistung von der Netzinfrastruktur im Bereich des Schienentransports. Nur damit könne ein Wettbewerb im Schienenbereich entfacht, das Preis/Leistungsverhältnis der Bahn verbessert und der Transport auf der Straße entlastet werden.

Um neue Investitionen in die Infrastruktur zu ermöglichen sprach sich Tessmar-Pfohl für weitere Privatisierungen aus. Dabei gehe es nicht nur um die Reservierung von Privatisierungserlösen, sondern um den Abbau unnötiger Bürokratie und deren Kosten, um Mittel für den produktiven Sektor der Volkswirtschaft freizumachen. Als "bare Einsparungsmünze" für die Betriebe bezeichnete Tessmar-Pfohl den Telefonnachfragepool "Best Connect" der Wirtschaftskammer Kärnten. Er bringe den beteiligten Unternehmen günstige Tarife und besseres Service bei der Festnetztelefonie. Der "Preishammer Wettbewerb" müsse aber in allen Bereichen wirtschaftlichen Handelns einsetzbar werden, schloss Tessmar-Pfohl. (hp)

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