AK Tumpel: "Zurück an den Start bei Jugendausbildung"

Nicht einmal jede/r zweite Lehrstellensuchende hat derzeit Chance auf Ausbildung im Betrieb

Wien (AK) - Österreichweit fast 16.000 Jugendliche suchen derzeit eine Lehrstelle - und nicht einmal jede/r zweite hat derzeit eine Chance auf einen Ausbildungsplatz im Betrieb, zeigen aktuelle Informationen der AK: In ganz Österreich bieten die Unternehmer derzeit nur knapp über 7.000 offene Lehrstellen an. "Die Regierungskoalition muss sofort ihren Initiativantrag für die Abschaffung des erfolgreichen Auffangnetzes zur Jugendausbildung zurückziehen", fordert AK Präsident Herbert Tumpel. "Die Regierung muss zurück an den Start. Sie muss Vorsorge treffen, dass alle Jugendlichen eine Ausbildungsplatz haben, wenn die Unternehmer bis Herbst keine zusätzlichen Lehrstellen anbieten." Und die Zeit drängt:
Schon diese Woche will die Regierungskoalition das Auffangnetz per Nationalrats-Beschluss zerreißen. Für Tumpel zeigen die aktuellen Zahlen: "Nur wenn das Auffangnetz fortgesetzt wird, ist das Recht auf Ausbildung für alle Jugendlichen garantiert. ****

15.700 Jugendliche suchen derzeit nach Informationen der AK eine Lehrstelle - aber die Unternehmer bieten aktuell österreichweit nur 7.300 offene Lehrstellen an. Die aktuellen Zahlen zeigen für AK Präsident Herbert Tumpel: "Die Regierungskoalition handelt unverantwortlich, wenn sie das Auffangnetz zerreißt. Es muss fortgesetzt werden. Sonst stehen im Herbst Tausende Jugendliche ohne Ausbildungsplatz auf der Straße." Wie in den letzten zwei Jahren müsse es weiterhin Berufslehrgänge und Lehrlingsstiftungen geben -mit vollwertiger Berufsausbildung, die bei Übertritt auf eine Lehrstelle im Betrieb voll auf die Lehrzeit angerechnet wird.

Als "Stillbeschäftigung statt Ausbildung" lehnt Tumpel ab, was die Regierung unter dem Titel "Pakt für die Jugend" als "Ersatz" für das Auffangnetz plant: nur noch unverbindliche Lehrgänge, nach denen der Lehrberechtigte bei Übertritt eines Jugendlichen in seinen Betrieb selbst entscheiden darf, ob er die Ausbildung im Lehrgang anerkennt oder der Lehrling wieder bei Null anfangen muss. Und dafür ist bisher nicht einmal Geld aus dem Budget vorgesehen, geschweige denn wurde festgelegt, wie vielen Jugendlichen solche Lehrgänge angeboten werden sollen.

"Das ist kein Pakt für die Jugend, sondern einer für die Unternehmer", kritisiert Tumpel. Die Regierung müsse das Auffangnetz fortsetzen - und nicht einfach Unternehmerbeiträge senken, sondern mindestens eine Milliarde davon in überbetriebliche Ausbildung investieren, in das Auffangnetz, in Ausbildungsverbünde von Unternehmen und, wenn nötig, in eine Berufsfachschule.

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