Fünf Verkehrstote waren nicht angegurtet

Gurtenmuffel haben ein neunmal höheres Unfallrisiko, darum befürwortet das KfV die Erhöhung des Strafausmaßes

Wien (OTS) - "Sich nicht anzuschnallen ist kein Kavaliersdelikt sondern ein Spiel mit dem Tod", sagt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann, "es ist nicht einzusehen, warum dieses Vergehen mit einer Trinkgeldstrafe von öS 100,-- belangt werden soll." Dr. Thann fährt fort: "Es ist weiter nicht einzusehen, warum die Strafe für das nicht Angurten niedriger sein soll als für das nicht Aufsetzen eines Helmes." Gurtenmuffel werden seit Jahrzehnten mit öS 100,-- beanstandet, während Helmmuffel immerhin schon öS 300,-- berappen müssen. Darum fordert das KfV höhere Strafen für Gurtenmuffel! Darüber hinaus fordert das KfV eine Regelung, die für die Exekutive vollziehbar ist, was man von der derzeit geltenden nicht behaupten kann.

Die traurige Unfallbilanz zeigt den Handlungsbedarf in Sachen Gurtanlegemoral: In der Vorwoche waren fünf Todesopfer nicht angegurtet. Das Leben kann an einem Sicherheitsgurt hängen, trotzdem ist jeder vierte Österreicher ohne Gurt unterwegs. Obwohl das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, für ungesicherte Fahrer neunmal so hoch ist wie für angegurtete. Im vergangenen Jahr war jeder zweite Verkehrstote nicht angeschnallt (311 von 614). Rund ein Drittel der Kinder fährt völlig ungesichert mit. Nicht selten tollen Kinder zwischen den Vordersitzen herum, als wäre das Auto ein rollender Spielplatz.

Die Unfallzahlen der Vorwoche:

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 11 PKW-Insassen (davon 7 Lenker), 4 Motorrad-Fahrer (davon 4 Lenker), 1 Moped-Lenker und 2 Radfahrer ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (8), Vorrangverletzung (2), Überholen (1), Unachtsamkeit (2) und Sonstige (1) festgestellt werden. Bei 2 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 2 Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei zwei Unfällen Mitursache. 5 der 16 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang waren so genannte "Alleinunfälle". 5 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 2 Fahrzeuglenker begingen Fahrerflucht.

Vom 1. Jänner bis zum 2. Juli dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 472 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung bis Ende Mai berücksichtigt), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 518 Menschen tödlich.

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