"profil": Stix: "Jeder Kreditakt vom Vorstand einstimmig beschlossen"

Bankenaufsicht wusste bereits im Jänner Bescheid über die Malaise der Bank Burgenland

Wien (OTS.) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hatte die Bankenaufsicht bereits im Jänner dieses Jahres sehr viel konkretere Verdachtsmomente über die problematische Kreditvergaben der Bank Burgenland, als bisher angenommen. "profil" zitiert aus einem Dossier des Finanzministers, wonach bereits am 16. Jänner 2000 Nationalbank-Direktor Andreas Ittner, Bankenaufsichts-Sektionschef Alfred Lejsek, sein Kollege Christian Heilingsetzer sowie die Bank-Burgenland Aufsichtsräte Werner Frantsits, Wolfgang Peter und Hans Lukits über die "mangelnde Sorgfaltspflicht und untrennbar damit verbundene Vorstandsverantwortung" im Zusammenhang mit der Kreditvergabe der Bank Burgenland an die Hom-Rusch-Gruppe gesprochen hätten. Trotzdem, so "profil", habe bis Ende März gedauert, ehe der Vorstand personell verändert worden sei.

Burgenlands Landeshauptmann Karl Stix weist in diesem Zusammenhang Vorwürfe gegen seine Person zurück. Im Interview mit "profil" hält Stix fest: "Direktor Gassner hat die Bank bitte nicht allein geführt. Da gab und gibt es auch interne Kontrollmechanismen. Wenn es stimmt, was ich höre, gab es immer wieder kritische Berichte der Innenrevision. Die sind allen Vorstandsmitgliedern zugänglich gemacht worden, nicht aber dem Aufsichtsrat. Mehr noch: Jeder einzelne Kreditakt, ob Howe oder Hom-Rusch, trägt die Unterschriften aller drei Vorstandsmitglieder. Das wurde immer einstimmig beschlossen."

Der Landeshauptmann zeigt sich auch überzeugt, dass die Landtagswahlen nicht plangemäß im Mai 2001 stattfinden, sondern vorgezogen werden. Stix im "profil"-Interview: "Ich kann mir vorstellen, dass FPÖ und ÖVP versuchen werden, das Ergebnis des Untersuchungsausschusses zu missbrauchen, um eine formale Absprungbasis zu haben. Aber es würde mich so oder so nicht überraschen, wenn wir im Oktober oder November Wahlen hätten. Die schwarz-blaue Koalition muss die Vorbereitungen für das Bundesbudget 2001 bis Jahresende abschließen. Das wird gewaltige Einschnitte bringen, auch für die Länder. Daher schließe ich nicht aus, dass FPÖ und ÖVP im Burgenland noch wählen wollen, bevor den Wählern die Auswirkungen in aller Tragweite bewusst werden."

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