"profil": ORF-GI Weis beklagt Intoleranz der Regierung

Scharfe Kritik an Plänen, Medienbehörde durch ORF finanzieren zu lassen - Aufforderung zur Überprüfung von "Journal Panorama" trägt "üblen Beigeschmack"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" wendet sich ORF Generalintendant entschieden gegen die Pläne der Regierung, die geplante Medienbehörde aus ORF-Geldern zu finanzieren: "Das halte ich für obszön", meint Weis.

Dass jenes Unternehmen, das von dieser Behörde auch kontrolliert werden soll, diese gleichzeitig finanzieren solle, sei "verrückt", erklärt Weis, denn: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber."

Zum Verhältnis zwischen der Regierung und dem ORF meint der GI, er "spüre eine zunehmende Intoleranz gegenüber anderen Meinungen. Und dagegen muss ich mich verwahren." Dass die Regierung via Medien einzelne Köpfe des ORF fordere, sei "grotesk".

Dass das ORF-Kuratorium Weis in einer Resolution aufgefordert hat, die Ö1-Sendung "Journal-Panorama" inhaltlich zu überprüfen, hält der Generalintendant für "ungewöhnlich, aber es ist erlaubt. Der üble Beigeschmack entsteht erst durch das Drumherum. Das Drumherum passt mir überhaupt nicht."

Dass derartige Resolutionen des Kuratoriums ein Schritt in Richtung Regierungsfunk seien, möchte Weis "so nicht definieren. Aber wenn Sie das so interpretieren, kann ich Ihnen dabei nicht in den Arm fallen." Falls sich solche Aufforderungen häufen, sagt Weis, "werde ich mich zur Wehr setzen".

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