Ein Jahr gewerblicher Buchhalter: Ein großer Erfolg

WKÖ-Rechtsexperte Hanreich: Bereits mehr als 900 Betriebe gegründet - Umsatzgrenzen für Buchhalter-Tätigkeit erweitern!

Wien(PWK) "Die Wiedereinführung des Buchhaltergewerbes ist ein großer Erfolg. Obwohl es das Gewerbe erst seit einem Jahr gibt, konnte sich der Berufsstand bereits am Markt etablieren. Mehr als 900 Unternehmen wurden neu gegründet", freuen sich Hanspeter Hanreich, Leiter der Rechtspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer, und Herbert Bachmaier, Geschäftsführer des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie, über den durchschlagenden Erfolg der neuen Dienstleistungsbranche.

Vor genau einem Jahr hat der Bundesgesetzgeber mit einer Novelle zur Gewerbeordnung den Beruf des gewerblichen Buchhalters wieder eingeführt und damit eine für die Wirtschaft sehr bedeutsame Neuerung geschaffen. Damit wurde ein vorläufiger Schlusspunkt hinter eine jahrzehntelange wechselhafte Entwicklung gesetzt, die es nunmehr neben Steuerberatern auch Gewerbetreibenden ermöglicht, einschlägige Buchhaltungs- und Personalverrechnungstätigkeiten auszuüben.

Die Bilanzbuchhaltung war bis 13.3.1938 ausschließlich eine gewerbliche Tätigkeit. Erst durch die Einführung der deutschen Rechtsvorschriften auf dem Gebiet des wirtschaftlichen Prüfungs- und Treuhandwesens wurde mit 13.3.1938 zusätzlich ein freier Beruf eingeführt. Das Gewerbe blieb aber bestehen. Erst mit Wirksamkeit 1.9.1955 trat die Wirtschaftstreuhänder-Berufsordnung in Kraft. Gleichzeitig wurde das Gewerbe ‚Buchsachverständige, Bücherrevisoren, Finanz- und Wirtschaftsberater‘ aus der Gewerbeordnung gestrichen.

Die jahrelangen Bemühungen der Wirtschaftskammer Österreich und des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie zur Wiedereinführung des Buchhaltergewerbes tragen nun erste Früchte. Hanreich: "Mehr als 900 Gewerbeanmeldungen seit 1.7.1999 zeigen, dass diese Forderung nicht nur standespolitisch begründet war, sondern dass das neue Angebot seitens der Klein- und Mittelbetriebe auch rege nachgefragt wird."

Die Branche ist naturgemäß eher kleinbetrieblich strukturiert, Einzelkämpfer überwiegen. Der Branchenumsatz bewegt sich gegenwärtig bei ca. 700 bis 800 Millionen Schilling per anno.

Die Aufgaben und Rechte des gewerblichen Buchhalters sind vielfältig:
Er ist zur pagatorischen Buchhaltung (Geschäftsbuchhaltung) einschließlich der Lohnverrechnung und der Erstellung der Saldenlisten für Betriebe bis 10 Mill. ATS Umsatz berechtigt. Bei Lebensmitteleinzelhändlern und Gemischtwarenhändlern beträgt diese Grenze 16 Mill. Schilling; bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ist die Grenze der Einheitswert von 4 Mill. Schilling. Der gewerbliche Buchhalter kann bei Einnahmen/Ausgaben-Rechnern auch die Abschlussarbeiten übernehmen. Den Auftraggebern eröffnet sich damit die Möglichkeit, ihre Buchführung zur Gänze oder teilweise ihrem gewerblichen Buchhalter zu übertragen. So kann sich der Betrieb voll und ganz auf seine Kernkompetenzen konzentrieren und trotzdem jederzeit auf das Fachwissen seines Partners zurückgreifen.

Aber: Die gesetzlichen Umsatzgrenzen sind gleichzeitig auch ein Wermutstropfen in den Berufsrechten des gewerblichen Buchhalters. Sie haben sich nämlich innerhalb von Jahresfrist - wie erwartet - als ausgesprochen praxisfremd erwiesen, weil der Höhe nach völlig unzureichend. Der Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie verlangt daher eine möglichst rasche Liberalisierung. Bachmaier: "Hier ist der Gesetzgeber gefordert, möglichst umgehend eine Änderung der Umsatzgrenzen nach oben hin vorzunehmen." (RH)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Geschäftsführer des Fachverbandes
Unternehmensberatung und Informationstechnologie
Tel: 50105-3539

Mag. Herbert Bachmaier

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK