ÖGB: Aktionstag war verantwortungsbewußtes Zeichen

Herbeigewünschtes Chaos fand nicht statt

Wien (ÖGB). Zufrieden mit der Informationsarbeit beim ÖGB-Aktionstag zeigte sich der für den Organisationsbereich zuständige Leitende Sekretär des ÖGB, Karl Drochter. "Viele Menschen waren froh über die sachliche Information, die sie von uns bekommen haben. Jetzt liegt es in der Verantwortung der Regierung und der Abgeordneten, ob es nächste Woche durch Beschlüsse des Nationalrates zu einer weiteren sozialen Schieflage kommt", so Drochter.++++

"Unsere Informationsarbeit ist bei der Bevölkerung gut angekommen. Viele Menschen waren froh über unsere sachlichen Darstellungen", freut sich Drochter über die überwiegend positiven Reaktionen der Bevölkerung. Dass es der Regierung dagegen nicht um Sachpolitik geht, sei am Beispiel der Eisenbahner zu beweisen. Drochter: "Da können sich die fachlich verantwortlichen Regierungsmitglieder mit dem Vorschlag der Eisenbahnergewerkschaft anfreunden, aber schon wenige Minuten später werden sie wieder auf die alten Schienen gestellt und müssen den konstruktiven Vorschlag der Eisenbahner ablehnen."

Enttäuscht wurden, so der Leitende Sekretär, alle jene, die sich heute ein Chaos herbeigewünscht haben. Drochter: "Wir haben ein verantwortungsbewußtes Zeichen gesetzt und unsere Strategie, die Bevölkerung über die Belastungspläne der Regierung zu informieren, war vollkommen richtig". Die Erfahrung des Aktionstages zeige aber, dass die Informationsarbeit verstärkt fortzusetzen ist.

Für Drochter liegt nun die Verantwortung bei den Abgeordneten des Nationalrates. Sie werden kommende Woche darüber zu entscheiden haben, ob das Pensionantrittsalter überfallsartig per Gesetz angehoben wird, oder ob die Vorschläge des ÖGB, das Pensionsanfallsalter etwa durch einen verbesserten Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, durch eine Weiterbildungsmilliarde und durch altersgerechte Arbeitsplätze anzuheben, verwirklicht werden. Sie haben zu entscheiden, ob krank sein in Zukunft teuer wird oder das Gesundheitswesen solidarisch finanziert wird. Sie haben auch darüber zu entscheiden, ob in Zukunft Lehrlinge tatsächlich eine Chance auf eine zukunftorientierte Ausbildung haben oder ob ein großer Teil von ihnen in die Vorlehre abgeschoben wird.

Der ÖGB-Vizepräsident und Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) Hans Sallmutter, meinte: " Die Regierung hat sich getäuscht, wenn sie glaubt, sie könne verschiedene Beschäftigtengruppen gegeneinander ausspielen."

Als "ungeheuerlich und einzigartig" bezeichnete der Vizepräsident des ÖGB und Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Günter Weninger, die Hetze von Vertretern der Regierungsparteien, die die demokratischen und gewerkschaftlichen Rechte in Frage stellen wollen.

"Die Gewerkschaften lassen es sich aber nicht nehmen, die Menschen, die sie vertreten, darauf aufmerksam zu machen, wenn massiv und einseitig auf ihre Kosten gespart werden soll", stellt ÖGB-Vizepräsident und Vorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil, Rudolf Nürnberger, klar.(ff)

ÖGB, 28. Juni 2000
Nr. 571

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