Verzetnitsch zu Gesundheitsberufen: "Gegen Systemänderung, die den Reichen gibt und den Armen nimmt!"

1500 Teilnehmer bei Veranstaltung im Wiener AKH

Wien (GdG/ÖGB). "Derzeit ist eine Systemänderung im Gang, den Reichen noch mehr zu geben und den Armen zu nehmen", sagte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch bei einer Informationsveranstaltung, die heute am Spätvormittag im Rahmen des ÖGB-Aktionstages im Wiener AKH mit 1500 MitarbeiterInnen aus dem Wiener Gesundheitswesen durchgeführt wurde. Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen vertraue auf das gute System der sozialen Krankenversicherung, erklärte der ÖGB-Präsident, der die soziale Kälte in der Regierungspolitik anprangerte.++++

Verzetnitsch brachte als ein Beispiel für die vielen geplanten sozialen Verschlechterungen die Ambulanzgebühren: "hier im Wiener AKH werden täglich 12.000 Menschen in den Ambulanzen behandelt. Nach den Plänen der Bundesregierung müssten sich diese Menschen in einer langen Kette anstellen und einen 250-Schilling-Zahlschein ausfüllen", zeigte der ÖGB-Präsident drastisch die unsozialen Maßnahmen auf, die es abzuwehren gelte. Ähnlich sei es bei den Pensionsabschlägen: die Maßnahmen bei den Pensionen betreffen vor allem die Bezieher kleiner Pensionen ganz empfindlich, Verzetnitsch: "Das sind keine Bagatellbeträge für die Menschen!" Kämpferisch schloss der ÖGB-Präsident mit dem Appell "machen wir Politik, bevor andere mit uns diese Politik machen!"

Alfred Bastecky, Sprecher der KIV/UG (Konsequente Interessenvertretung/Unabhängige Gewerkschafter) zeigte sich bei der Versammlung im Wiener AKH "froh, dass am Aktionstag öffentlich und mit allen Gewerkschaften aufgetreten wird", um das gegenseitige Ausspielen einzelner Gruppen hintanzuhalten. Der heutige Aktionstag sei "eine Generalprobe, denn das, was uns im Herbst mit dem Budget 2001 erwartet, ist ein Lercherl gegen die jetzigen Belastungsmaßnahmen!" sagte der Gewerkschafter.

Dr. Georg Gaul, Bundessprecher der Österreichischen Ärzte im ÖGB, wies auf die physischen und psychischen Belastungen hin. Die Lösung wäre mehr Geld für mehr Personal - jedoch gingen die Maßnahmen der Bundesregierung - auch mit der Ausdünnung der Sozialversicherungen -genau in die gegenteilige Richtung.

Monika Mauerhofer, Vorsitzende der Hauptgruppe Gesundheitsberufe im Krankenanstaltenverbund, äußerte "große Sorge um das Gesundheitswesen. In England wurde gezeigt, wie ein gutes System mit Sparmaßnahmen zu Bruch gehen kann." Der Abbau von 10.000 Spitalsbetten und dementsprechend vieler MitarbeiterInnen in den Gesundheitseinrichtungen sei neben der Gefahr für Gesundheit und Leben der Patienten auch in Österreich eine der drohenden Konsequenzen.

Der Wiener Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Rudolf Hundstorfer, hob die Solidarität der ArbeitnehmerInnen an diesem Aktionstag und die hohe Beteiligung der Menschen an den Aktivitäten hervor. "Das gibt uns auch in den laufenden Verhandlungen mit der Bundesregierung die Kraft, den Verhandlungsspielraum maximal auszureizen", erklärte Hundstorfer.

ÖGB, 28. Juni 2000 Nr. 564

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