Grünewald kritisiert Ambulanzgebühren als unsozial

Ambulanzgebühren strafen Patienten für Mängel bei Gesundheitsversorung

Wien (OTS) "Die nunmehrige Regierungsvorlage zu den Ambulanzgebühren ist unsozial und sieht nur wenige äußerst restriktiv gehandhabte Ausnahmen (Lebensgefahr) vor", kritisiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Prof. Kurt Grünewald. Statt die wahren Probleme zu benennen, statt Strukturmängel und Mißstände zu korrigieren, wird die Rechnung jahrelanger Versäumnisse in Planung und Kontrolle nun den PatientInnen aufgebürdet.

Durch Selbstbehalte würden ausschließlich durch Krankheit Betroffene zur Kasse gebeten und Krankheit werde so zu Unrecht mit Schuld und Strafe verknüpft. Gesundheitspolitische Studien zeigten zudem, daß Menschen mit niedrigen Einkommen und geringerer Bildung statistisch früher und häufiger erkranken, ja sogar kürzer leben als Wohlhabende und Gebildete. Letztere werden daher durch diese Maßnahmen der Bundesregierung nochmals privilegiert und die Kluft zwischen Reichen und Armen weiter verschärft, kritisiert Grünwald.

Ambulanzgebühren sind zudem eine kontraproduktive Abhaltestrategie dort, wo Spezialisten für Patienten außerhalb von Ambulanzen nicht greifbar sind. So gäbe es etwa im gesamten 10. Wiener Gemeindebezirk nur fünf KinderärztInnen und nur ein einziger habe Freitag nachmittag noch offen.

"Statt die Bevölkerung mit Selbstbehalte zu belasten, sollten bestehende Einsparungspotentiale (unnötige Mehrfachuntersuchungen, bessere Balance zwischen niedergelassenen und stationärem Bereich, Diagnosepfade) genutzt werden", fordert Grünewald.

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