Kunst- und Kulturbericht 1999 erschienen

Marboe: Kulturpolitik mit Blick in die Zukunft

Wien, (OTS) Der Kunst- und Kulturbericht der Stadt Wien für das Jahr 1999 ist erschienen. Er weist Ausgaben in der Höhe von 2,346 Milliarden Schilling aus. Die größten Teilbeträge entfallen dabei auf die Bereiche "Darstellende Kunst" (695 Millionen), "Museen, Archive, wissenschaftliche Förderungen" - inklusive der bereitgestellten Mittel für den Archivneubau im Gasometer und das Mahnmal-Projekt auf dem Judenplatz (402 Millionen), und "Musik"
(358 Millionen) entfallen. Das "baukulturelle Erbe" mit der Altstadterhaltung schlägt mit 135 Millionen Schilling zu Buche, "Film, Kino, Video" mit 118 Millionen und die "Bildende Kunst" inklusive der Mittel für die Kunsthalle Wien mit 80 Millionen. Kulturstadtrat Peter Marboe betonte am Dienstag im Wiener Gemeinderat , dass eine Kulturpolitik mit Blick in die Zukunft betrieben werde. Auch 1999 seien in verschiedenen kulturellen Bereichen - z. B. vom Theater über die Kinderkultur und den Film bis hin zum Tanz - zahlreiche Reformmaßnahmen fortgesetzt, vollendet oder initiiert worden.

Mit der erfolgreichen Einführung des "Theaterdienstags"
wurden die Impulssetzungen für die Wiener Theaterlandschaft nach der Entschuldung und den Dreijahres-Verträgen fortgesetzt; mit dem medial wirksamen Theaterpreis "Nestroy" wird in diesem Bereich
heuer ein weiterer wirksamer Akzent gesetzt.

Im Museumsquartier entstehen mit dem Tanzhaus und dem Kinderkreativzentrum zwei Einrichtungen, mit denen langjährige Defizite der Stadt ausgeglichen werden. Das Tanzzentrum wird auf 1200 Quadratmetern eine Tanzhalle für 300 Besucher und die Möglichkeit der Bespielung der großen Veranstaltungshalle, drei Studios und infrastrukturelle Einrichtungen bieten, das Kinderkreativzentrum mit dem Kindermuseum "Zoom", einem Theater, einer Infostelle , Workshopmöglichkeiten etc. ein breites Kulturangebot für Kinder und Jugendliche realisieren.

Neben dem Bau das Museumsquartiers - derzeit die größte Kulturbaustelle Europas - wurden 1999 weitere große Bauprojekte im Kulturbereich vorangetrieben: so die Sanierung des Konzerthauses
und der Neubau des Wiener Stadt- und Landesarchivs im Gasometer D
in Simmering. Das Archiv kann damit seine Platzprobleme im Rahmen des architektonisch wegweisenden Gesamtprojekts in den Simmeringer Gasometern lösen. Vor der Fertigstellung in diesem Jahr steht schließlich das Projekt Judenplatz mit dem Mahnmal von Rachel Whiteread, dem gesamten musealen Bereich des Projekts und der Platzgestaltung.

Abgeschlossen konnten 1999 die Reformen im Filmbereich
werden. Die Budgetmittel für die Filmfinanzierung wurden von 50
auf 110 Millionen Schilling aufgestockt und die gesamte Struktur der Filmfinanzierung reformiert. Um die urbane Kinolandschaft in Wien konkurrenzfähig gegenüber den Multiplexen zu halten, wurde eine mit jährlich 10 Millionen Schilling dotierte Kinoförderung ins Leben gerufen.

Der Kulturaustausch mit Städten aus dem europäischen Osten wurde fortgesetzt, für den Bereich "Design und Mode", so Marboe im Gemeinderat, eine Koordinationsstelle eingesetzt, die jungen Designern neue Möglichkeiten bieten soll. Ein Wienerlied-Festival soll dieser für die Stadt so wichtigen Kunstsparte eine Plattform schaffen.

Als besonders wichtiges Kapitel wurde 1999 auch die Frage der Restitution von Kulturgütern - vor allem was die Museen der Stadt Wien sowie das Stadt- und Landesarchiv und die Stadt- und Landesbibliothek betrifft - in Angriff genommen. Es wurde eine unabhängige Kommission zur Klärung der Provinienzfragen von Kunstwerken bestellt. Die Entscheidung der Politik wird nach den Sachurteilen dieser Kommission getroffen.

Insgesamt, so Marboe, habe sich Wien 1999 wieder weiter in Richtung einer Stadt entwickelt, die dem Weltbild einer offenen Kulturgesellschaft verpflichtet ist, einer Stadt, die kulturell
ein weites Angebotsspektrum auf hohem Qualitätslevel bietet und auch damit lebenswert für ihre Bürger sei. Der Dank dafür gelte allen, vor allem aber den Künstlern und Künstlerinnen, die dazu ihren Beitrag leisten. (Schluss) gab

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