Umweltdachverband ÖGNU warnt: Freibrief für Steinbrüche in Naturparken

Niederösterreich will Naturparke-Verordnung ändern

Wien (OTS) - Steinbrüche sind laut Mineralrohstoffgesetz in Naturparken verboten. Das will das Land Niederösterreich nun ändern. "Das ist eine Kapitulation des Naturschutzes vor der Schotterlobby", sagt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes ÖGNU.

Seit Jahren wird um die Erweiterung des Steinbruches Kowall mitten im Naturpark Föhrenberge heftig gestritten. Es droht die Rodung eines wertvollen Schwarzföhren-Bestandes; genau 39.900 Quadratmeter Wienerwald sollen aus der letzten zusammenhängenden Fläche im südlichen Wienerwald bei Gaaden einer Steinbruch-Erweiterung geopfert werden. Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen laufen dagegen seit Jahren Sturm. Der gestrige Informationsabend "Rettet den Wienerwald" im Naturhistorischen Museum zeigt vor 100 Teilnehmern das Ausmaß der Gefährdung.

Mit dem neuen Mineralrohstoffgesetz (MinroG), das seit Jänner 1999 gilt, ist der Abbau von Schotter oder Fels in Naturparken ausdrücklich verboten. Hunderte Gemeinden haben - gemeinsam mit dem Umweltdachverband - für dieses Gesetzt gekämpft. Vor dem MinroG regelte das alte Bergrecht den Abbau von Fels und Schotter. Dieses nahm aber auf Naturschutz und Anrainer kaum Rücksicht.

Heilingbrunner: "Gerade Niederösterreich hatte unter dem alten Bergrecht besonders zu leiden. Jetzt haben wir endlich ein Gesetz durchgesetzt, das auf Natur und Betroffene Rücksicht nimmt und gerade die Niederösterreichische Naturschutz-Behörde will das jetzt unterlaufen. Nur wegen eines umstrittenen Steinbruches soll gleich die Naturparke-Verordnung für ganz Niederösterreich geändert werden. Damit droht uns ein Anlaßfall, denn mit der gleichen fadenscheinigen Behauptung, es ginge um eine "Harmonisierung" der Gesetzte, könnten andere Naturparke regelrecht in die Luft gesprengt werden."

Der Umweltdachverband lehnt den Verordnungsentwurf in aller Entschiedenheit ab und weist in gebotener Dringlichkeit auf Folgen für die Naturparke Niederösterreichs hin. Auch in Anbetracht des Druckes der Rohstoffindustrie auf eine Änderung des MinroG 99 ist dieses Vorgehen des Landes Niederösterreich als unverständlich und äußerst unsensibel gegenüber einer bundesweit nachhaltigen Rohstoffpolitik zu werten, schreibt der Umweltjurist Heilingbrunner in seiner Stellungnahme zur geplanten Verordnungsänderung.

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