ÖGB-Aktionstag: 3500 Teilnehmer beim Wiener Rathaus "Lassen demokratischen Rechte nicht beschneiden!"

Wien (GdG/ÖGB). Als "ungeheuerlich und einzigartig" bezeichnete der Vizepräsident des ÖGB und Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Günter Weninger, die Hetze von Vertretern der Regierungsparteien, die die demokratischen und gewerkschaftlichen Rechte in Frage stellen wollen. 3500 Bedienstete des Wiener Rathauses und der Magistratsdienststellen waren heute am frühen Vormittag zum Rathaus zu einer Informationsveranstaltung gekommen.++++

Von den sozialen Ungerechtigkeiten seien alle ArbeitnehmerInnen, ob in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Dienst betroffen, erklärte ÖGB-Vizepräsident und GdG-Vorsitzender Günter Weninger bei der Kundgebung am Friedrich-Schmidt-Platz. "Wir Gewerkschafter werden uns daher auch durch noch so heftige Diffamierungen nicht mundtot machen lassen", erklärte Weninger. Die Menschen in Österreich hätten weit mehr Verständnis für die Protestmaßnahmen der Gewerkschaften als für die unsozialen Maßnahmen der Bundesregierung. "Von Beginn an ist diese Regierung nicht den Weg sozialpartnerschaftlicher Verhandlungen gegangen, wie er sich seit 50 Jahren bewährt hat", kritisierte der ÖGB-Vizepräsident, der eine lange Liste von bevorstehenden Verschlechterungen für die ArbeitnehmerInnen anführte. "Wenn es diese Regierung auf die Auseinandersetzung angelegt hat und die 104 Abgeordneten von ÖVP und FPÖ tatsächlich die unsozialen Beschlüsse durchziehen wollen, werden wir Gewerkschafter in den Ländern und Gemeinden weiter dagegen kämpfen", kündigte Weninger an. So sei für die Wiener Gemeindebediensteten schon vorhersagbar, dass es im Herbst nicht zur Anhebung des Pensionsalters kommen werde. Um Verständnis für individuelle Belastungen bedingt durch den Aktionstag des ÖGB warb bei der Kundgebung der Wiener Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Rudolf Hundstorfer. "Beweisen wir alle unsere Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen im Kampf für die Rechte der Arbeitnehmer!" appellierte Hundstorfer. Gegen das Auseinanderdividieren einzelner Bevölkerungs-, Alters- und Berufsgruppen durch die Bundesregierung wandte sich auch der Vorsitzende der Hauptgruppe Hoheitsverwaltung der GdG Wien, Alfred Nickel.

Betriebsversammlungen, Aktionen und "Bedenkminuten" in den Ländern

Bei Betriebsversammlungen in der steirischen Landeshauptstadt Graz informierte der steirische GdG-Vorsitzende Dr. Wilhelm Techt vor rund 600 Teilnehmern über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit der Bundesregierung und über die geplanten sozialpolitischen Maßnahmen. Aktionen gab es in der Steiermark unter anderem in Liezen, Leoben und Judenburg. In Oberösterreich konnte die GdG mit ihrem Vorsitzenden Peter Haunschmidt fast 10.000 Gemeindebedienstete zu Betriebsversammlungen und bei einer Großveranstaltung informieren. Rudolf Sabara, Vorsitzender der GdG Burgenland, informierte an mehreren Orten in Betriebsversammlungen die kommunalen Bediensteten. In Niederösterreich hatte die GdG mit ihrem Landesobmann Peter Reitbauer zu einer "Bedenkminute" in den Dienststellen aufgerufen. Erfreulich ist die überwiegend positive und verständnisvolle Haltung der Bevölkerung gegenüber den Aktivitäten der Gewerkschafter.

ÖGB, 28. Juni 2000
Nr. 555

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