Internationale und Kosovo-Repräsentanten unterzeichnen die 'Prishtina Declaration' gegen Folter

London (ots-PRNewswire) - Anlässlich der globalen Vorstellung des UN International Day in Support of Victims of Torture in Prishtina (Internationaler Tag zur Unterstützung der Folteropfer in Pristina durch die Vereinten Nationen) kamen die UN-Behörden mit den drei wichtigsten politischen Parteien im Kosovo und mit staatlich unabhängigen Organisationen zusammen, die für die Rehabilitation von Folteropfern arbeiten, und unterzeichneten die Prishtina Declaration.

Zum ersten Mal sind Repräsentanten des zivilen und des politischen Lebens im Kosovo zusammengekommen und haben die gemeinsame Verantwortung akzeptiert, den Teufelskreis der Rache zu beenden, Folterakten und anderen Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen und die Toleranz auf jeder Ebene der Gesellschaft zu fördern.

"Die Prishtina Declaration on National Psychosocial Rehabilitation, Peaceful Co-Existence and Prevention of Torture" (Pristina-Erklärung zur nationalen psychosozialen Rehabilitation, friedlichen Koexistenz und Prävention von Folter) akzeptiert die gemeinsame Verpflichtung, Folterakte und andere schwere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und benennt die erforderlichen Schritte, um Toleranz und friedliche Koexistenz zu fördern. Nachstehend der vollständige Wortlaut der Declaration:

Die Prishtina Declaration On National Psychosocial Rehabilitation, Peaceful Co-existence and Prevention of Torture, Pristina, Kosovo, 26. Juni 2000

Am Montag, den 26. Juni, kamen Repräsentanten des Kosovo und der internationalen Gemeinschaft in Pristina zusammen, um den UN International Day in Support of Victims of Torture zu begehen.

Wir erkennen an, dass die Folter, eines der grausamsten und unmenschlichsten aller Verbrechen, schreckliche und lange nachwirkende Folgen für die Folteropfer und ihre Familien hat und dass Folterakte und entsprechende Greueltaten die Bevölkerung als ganze in Angst und Schrecken versetzen und traumatisieren.

Wir bestätigen, dass Folterakte und andere schwere Menschenrechtsverletzungen vorgekommen sind und dass sich weiterhin von Zeit zu Zeit Gewaltakte im Kosovo ereignen.

Wir bedauern, dass ehemalige Häftlinge und die derzeit in serbischen Gefängnissen Inhaftierten Folterakten und anderen schweren Menschenrechtsverletzungen unterworfen wurden.

Wir respektieren die Bedeutung der Prinzipien der UN Convention Against Torture and Other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment (Konvention der Vereinten Nationen gegen Folter und sonstige grausame, unmenschliche oder herabwürdigende Behandlung oder Bestrafung), die die Folter verbieten und Verpflichtungen für die volle Rehabilitation aller Folteropfer begründen.

Wir erkennen die Verantwortung, die wir alle für die Rehabilitation der Bevölkerung und für die Folterprävention als fundamentale Vorbedingungen für den Aufbau einer zivilen Gesellschaft teilen.

Wir akzeptieren unsere Verpflichtung, Folterakte und andere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern, und damit dazu beizutragen, den Teufelskreis der Rache zu durchbrechen und ein friedliches Kosovo aufzubauen, in dem Toleranz, Respekt und Koexistenz herrschen.

Wir sind uns der Faktoren bewusst, die zur Errichtung einer friedlichen Gesellschaft beitragen, und verurteilen die schreckliche gegen die Menschenrechte ausgeübte Gewalt und akzeptieren gleichzeitig unsere gemeinsame Verantwortung für:

::die Aufnahme eines konstruktiven Dialogs zwischen den politischen Repräsentanten und das Schaffen eines demokratischen für die Zivilgesellschaft nötigen Rahmens,

::die Förderung der Toleranz zwischen allen ethnischen Gruppen und ihrer gemeinsamen Verantwortung, besonders derjenigen in der Mehrheit, um zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt,

::die Bereitstellung der nationalen psychosozialen Rehabilitation auf der Basis eines nationalen Programms, die Traumafolgen zu heilen und die Entwicklung zur Toleranz und friedlichen Koexistenz zu fördern,

::die Bereitstellung von Rehabilitationsmaßnahmen für die am schwersten gefolterten und traumatisierten Menschen und ihren Familien, unabhängig von ihrer ethnischen oder nationalen Zugehörigkeit,

::die Herstellung von Gerechtigkeit für die Folteropfer, indem die Angeklagten so schnell wie möglich ein faires Gerichtsverfahren erhalten und indem alle Zeugen Schutz und psychosoziale Unterstützung erhalten,

::die Förderung von Wiedergutmachung für die Folteropfer, einschließlich sozialer, moralischer und wirtschaftlicher Rehabilitation,

::den nachhaltigen Kapazitätsaufbau durch die Implementierung von Ausbildungs- und Erziehungsprogrammen für die Berufe im Gesundheitswesen und in der Rechtspflege sowie für weitere Berufe, die sich mit der Identifikation und Behandlung von Folter- und Traumaopfern und der Folterprävention beschäftigen,

::die Schaffung der grundlegenden Bedingungen für die Rückkehr und Wiederansiedlung all derjenigen, die aus ihren Heimen fliehen mussten, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit,

::die Förderung der Demokratie, vernünftiger Regierungsgrundsätze und der Herrschaft des Rechts, einschließlich der Beteiligung und Repräsentation aller ethnischen Bevölkerungsteile,

::die Entwicklung der essentiellen Infrastruktur für die Zivilgesellschaft, aktiv unterstützt durch die internationale Gemeinschaft.

Wir, die Unterzeichneten, garantieren hiermit unsere Unterstützung für die Umsetzung der in dieser Deklaration enthaltenen Prinzipien.

26. Juni 2000

Rexhep Qosja, Joint Democratic Movement
Dr. Ibrahim Rugova, Head of Democratic League of Kosovo
Fatmir Lima, Deputy Head, Democratic Party of Kosovo
James Covey, Principal Deputy SRSG, UNMIK
Dennis McNamara, Deputy SRSG, UNHCR, Kosovo
Daan Everts, Ambassador, Deputy SRSG, OSCE, Kosovo
Adem Demaci, Head of Association of Free Thought, Creation and Action Pajazit Nushi, Head of Council for the Defence of Human Rights and Freedom
Berat Luzha, President Ex-Prisoners Association
Bajran Rogova, Head of Shofket, Representative of Turkish community Dr. Feride Rushiti, Medical Director, Kosovo Rehabilitation Council for Torture Victims
Dr. Jens Modvig, Medical Director, International Rehabilitation Council for Torture Victims (IRCT)

ots Originaltext: IRCT
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