1708: Call and M@il - Jugendliche beraten Jugendliche

Wien, (OTS) Erstmalig in Österreich werden in der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft Jugendliche von Jugendlichen telefonisch und per e-mail beraten: "Call and m@il, ab 27. Juni, jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr, Tel.: 1708, Wiener Jugendanwaltschaft, e-mail: callmail@kja.magwien.gv.at.

Zwölf Mädchen und Burschen wollen den jugendlichen AnruferInnen keine ultimativen Ratschläge erteilen, mit denen sie im Handumdrehen ihr Leben ändern können, sondern ihnen ganz einfach einmal nur zuhören. Jugendliche können sich mit Problemen wie Liebeskummer, Konflikte zu Hause, Jugendschutz, Ärger in der Schule etc. an die jugendlichen BeraterInnen wenden.****

Zwölf Jugendliche sitzen für Jugendliche ehrenamtlich am Sorgentelefon, opfern gerne ihre Freizeit und sind überaus motiviert anderen Jugendlichen zu helfen.

Die Jugendlichen BeraterInnen werden unter dem Motto "Hilfe
zur Selbsthilfe" in Telekommunikation und in den wichtigsten Bereiche wie (sexuelle) Gewalt, Sex und Verhütung, Jugendschutzgesetz etc. ausgebildet und - sie sollen zuhören und gemeinsam mit den betroffenen Jugendlichen Lösungen für deren Schwierigkeiten entwickeln, und nicht die besseren "Profis" sein.

Warum das Projekt? Jugendliche wenden sich mit ihren Schwierigkeiten lieber an Gleichaltrige, da sie sich besser verstanden fühlen - oft ist das Gespräch mit Erwachsenen viel zu hochschwellig. Und: wer versteht besser als Jugendliche deren Sprache und die besonderen Probleme beim Erwachsen werden?

Das Projekt ist deshalb auch so einmalig, da in unserer Gesellschaft Jugendliche nicht so ernst genommen werden und oft
die Meinung vertreten wird, dass Jugendliche noch nicht Verantwortung übernehmen können - die jugendlichen BeraterInnen von Call and m@il beweisen eindrucksvoll das Gegenteil. Beispiele für Fragen junger Menschen sind:

o Fallbeispiel 1:

Ein Mädchen hat gehört, wie ihre Eltern im Streit gesagt haben, dass sie sich scheiden lassen wollen. Sie möchte darüber sprechen, was sie tun kann, damit sich die Eltern wieder besser verstehen. Abgesehen davon befürchtet sie, dass sie daran Schuld sein könnte.

o Fallbeispiel 2:

Ein 14-jähriges Mädchen hat seit kurzem einen Freund, in den sie sehr verliebt ist und sooft wie möglich sehen möchte. Ihre Mutter hat ihr das aber verboten, weil sie meint, dass ein Mädchen in ihrem Alter noch keinen Freund braucht. Die Anruferin möchte wissen, wie sie die Mutter überzeugen kann.

o Fallbeispiel 3:

Ein 15-jähriger Anrufer hat schlechte Noten und ihn freut die Schule nicht mehr. Auch Skaten ist cooler.

o Fallbeispiel 4:

Eine Schülerin wird von den anderen MitschülerInnen verspottet und geärgert, weil sie neu an der Schule und eine gute Schülerin ist.

Ab 27. Juni - der Termin wurde sehr bewusst noch vor Schulschluss in einer für 42.000 SchülerInnen sehr kritischen Zeit gewählt - geht es los mit dem Sorgentelefon von Jugendlichen für Jugendliche.

Jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr werden die jugendlichen BeraterInnen für AnruferInnen zu erreichen sein. Begleitet werden die Jugendlichen von erfahrenen Profis, die, sollte ein Thema die Jugendlichen überfordern, gleich übernehmen können. (Schluss) kja/rr

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Kinder & Jugendanwaltschaft Wien
Tel.: 17 08 oder 317 15 56
E-Mail: post@kja.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK