ÖGB-Aktionstag: HGPD-Dienstleister wehren sich

Aktionen vor der Wirtschaftskammer und am Viktor Adler Markt

Wien (HGPD/ÖGB). "Wir sind am Aktionstag selbstverständlich mit dabei", verkündet Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD): "An vorderster Front -sozusagen - stehen natürlich die Hausbesorgerinnen und Hausbesorger." Sie seien die ersten Opfer dieser neuen Regierung, denn mit der Mietrechtsnovelle gäbe es, so Kaske, ab 1. Juli 2000, keine HausbesorgerInnen mehr nach dem Hausbesorgergesetz. Der HGPD-Vorsitzende: "Für alle neuen Verträge herrscht Rechtsunsicherheit, es gibt keine Kollektivvertragspartner und es besteht die nicht unwesentliche Gefahr, dass auch HausbesorgerInnen alten Stils über kurz oder lang in neue, dubiose Dienstverhältnisse gedrängt werden." Die HausbesorgerInnen seien aber nicht die einzigen DienstleisterInnen, die schon ihre ersten schmerzhaften "blau-schwarzen Flecken" abbekommen hätten, betonte Kaske.++++

Die Aktionen der Gewerkschaft HGPD beginnen am 28. Juni, um 8.30 Uhr, vor der Wirtschaftskammer. Dort wird das Hausbesorgergesetz am Gabenthron der Unternehmer geopfert. Im Anschluss daran folgen ab 10 Uhr Aktivitäten und Präsentationen am Viktor Adler Markt in Wien 10. Dort werden auch HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske, AK-Präsident Herbert Tumpel und Wohnbaustadtrat Werner Faymann sprechen.

"Die HausbesorgerInnen hat es nur als eine der ersten missliebigen Berufsgruppen getroffen", erklärt Kaske: " Im Gastgewerbe sollen trotz 35.000 Arbeitslosen Anfang Mai, zusätzliche 4.000 Saisonniers ins Land geholt werden. Und ganz schlimm sind die Pläne der Regierung zur Novelle des Berufsausbildungsgesetzes. Hier werden junge Menschen den Arbeitgeberinteressen geopfert." Schon seit Monaten kritisiert der HGPD-Vorsitzende die geplante Ausweitung der Arbeitszeit für Lehrlinge auf 23 Uhr: "Hier werden Jugendliche ausgebeutet und Arbeitsplätze für Fach- und Hilfskräfte elimiert. "Das sind knapp 400 Millionen Schilling, die sich die Arbeitgeberseite da dazuverdient. Immerhin liegt der Jahresverdienst eines Kochlehrlings mit 300.000 Schilling unter dem einer Kochhilfskraft. Im Gastgewerbe haben wir etwa 12.000 Lehrlinge."

Auch die Verlängerung der Probezeit auf drei Monate kritisiert der HGPD-Vorsitzende: "Im Gastgewerbe heißt das, ich nehme mir einen Lehrling für die Saison und sage nach drei Monaten, der taugt nichts. Da komme ich billig über den Sommer." Ähnlich halte es sich mit dem Bereich der Vorlehre. "Bei den Friseurlehrlingen beträgt der Unterschied in der Lehrlingsentschädigung zwischen Vorlehrling und Lehrling 56.000 Schilling im Jahr. Vorlehrlinge haben keinen Anspruch auf ein Lehrverhältnis - hier werden Hilfsarbeiter gezüchtet. Die Jugend soll in dieser kurzsichtigen Politik wohl am Altar der Wirtschaft geopfert werden. Wir werden das so nicht hinnehmen", schließt Rudolf Kaske. (kk)

ÖGB, 26.Juni 2000
Nr. 544

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