"Kleine Zeitung" Kommentar:"Zündeln" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 22.6.2000

Graz (OTS) - Aus dem Archiv hat der Gewerkschaftsbund seine
Parole ausgegraben, die da lautete: "Alle Räder stehen still, wenn unser starker Arm es will!"

Für 90 Minuten soll dies am kommenden Mittwoch der Fall sein, wenn alle Züge still stehen.

Den genauen Ablauf des "Aktionstages" wollte der ÖGB-Chef nicht verraten. Offenbar bereitet er noch Überraschungen vor. Fritz Verzetnitsch soll die Zeit bis Mittwoch nützen, um sich eine bessere Begründung einfallen zu lassen als den Vergleich mit dem Protest gegen den Transitverkehr: "Es muss in diesem Land möglich sein, wenn man den Brenner blockiert, dass man auch die Interessen der Arbeitnehmer vertritt."

Welche Interessen werden vertreten, wenn der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft erklärt, mit dem Streik wolle man auch für die Rechte der Hausbesorger kämpfen?

Was soll der Stillstand der Straßenbahnen, wenn die Wiener Verkehrsbetriebe vom Pensionsrecht der Eisenbahner gar nicht betroffen sind? Und was hat mit alldem die Blockade der Zeitungsauslieferung zu tun?

Ein politischer Streik ist ein Spiel mit Feuer. Verzetnitsch muss aufpassen, dass er sich beim "Aktionstag"" nicht die Finger verbrennt.

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