Theater in der Josefstadt: Stellungnahme der Kulturabteilung

Wien, (OTS) Zu der vom Theater in der Josefstadt abgegebenen öffentlichen Erklärung stellt die Kulturabteilung der Stadt Wien fest:

Die Geschäftsführung, der Bund und Stadt Wien stehen gerade in kurz vor dem Abschluss stehenden Verhandlungen, um die prekäre finanzielle Situation des Theaters nachhaltig zu bereinigen.
Daher verwundert eine derartige Vorgangsweise.
Da diese aber von Geschäftsführung und Belegschaft gewählt wurde, sieht sich die Stadt Wien zu folgender Stellungnahme auf gleichem Weg gezwungen:

o Bund und Stadt haben in den vergangenen Jahren gemeinsam ihre

Finanzierungsbeiträge laufend erhöht, im langjährigen Durchschnitt

um fast 4% pro Jahr. In den letzten Jahren (seit 1990) leisteten die Gebietskörperschaften Betriebssubventionen in der Gesamthöhe von 1.626,000.000 Schilling. Hinzu kamen Bau- und Investitionskostenzuschüsse von mehr als 100 Millionen
Schilling,

Entschuldungsbeitrage seitens der Stadt in der Höhe von 18 Millionen Schilling.
o Beide haben die Geschäftsführung immer wieder darauf aufmerksam

gemacht, dass zusätzliche (!) Mittel nicht zu erwarten, die künstlerischen Intentionen daher den finanziellen Gegebenheiten anzupassen wären.
o Sowohl die frühere, als auch die jetzige Geschäftsführung haben

die Warnungen offenbar in den Wind geschlagen, und sind unverdrossen neue Verpflichtungen eingegangen, die zum jetzt bekannten, desaströsen Ergebnis führten.

Dazu zählen unter anderen:
o Inbetriebnahme einer dritten Spielstätte
o Einführung von Spielgeldern (zu ohnedies hohen Gagen)
o Abschluss von das Defizit weiter erhöhenden Koproduktionen

o Dem Versuch der jeweiligen Geschäftsführung, für die katastrophale

wirtschaftliche Lage des Theaters die öffentlichen Stellen verantwortlich zu machen, muss daher aufs Entschiedenste entgegengetreten werden. Als Indiz für die Unhaltbarkeit solcher Versuche sei angeführt, dass die anderen vergleichbaren Theater durchaus, durch größte Kraftanstrengung und höchsten Sparwillen, mit den zur Verfügung gestellten Mitteln das Auslangen gefunden haben.
o Ganz wertfrei ist die Kulturabteilung der Stadt Wien der
Meinung,

dass es mit über einer ¼ Milliarde Schilling (rd. 100 Mio S Einnahmen und rd. 150 Mio S Subventionen) pro Jahr möglich sein müsste, gutes und anspruchvolles Theater zu machen.
(Schluss) red

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