Slacik: Nebenbahnen und Jugendliche teilen Schicksal

Weichen werden Richtung Abstellgleis gestellt und Zukunft genommen

Wien (ÖGB-NÖ). Eines muss man der neuen Bundesregierung lassen -an bösartigen Phantasien und deren kaltblütiger Umsetzung mangelt es ihr nicht. Und deshalb passen Jugendliche und Nebenbahnen auch gut zusammen: Zuerst werden die Weichen Richtung Abstellgleis gestellt und dann der Betrieb gänzlich eingestellt. Denn auch die so genannte "Lehrlingsoffensive" der Bundesregierung ist eine Weichenstellung Richtung Abstellgleis für Jugendliche, die mangels qualifizierter Ausbildung die Zukunftshoffnungen gleich wieder einstellen können, merkte heute der Landesvorsitzende der niederösterreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ NÖ), Patrick Slacik zu aktuellen Diskussion an. "Und bemerkenswerter Weise kämpft der NÖ-Landeshauptmann massiv gegen die Einstellung ,seiner´ Nebenbahnen, ist im Übrigen aber stolz auf die Leistungen der Bundesregierung, wie nachzulesen ist", kritisierte Slacik.++++

In Zukunft werden Jugendliche die bisherigen Hilfsarbeiter beneiden - nicht weil diese schon jahrelange Erfahrung mit der Arbeitslosigkeit haben, sondern weil die bisherigen Hilfsarbeiter über umfassende Kenntnisse im Vergleich dazu verfügen, was den Jugendlichen jetzt als so genannte "Ausbildung" verkauft werden soll, hob der ÖGJ-NÖ-Landesvorsitzende hervor. "Und so rollen Jugendliche bereits mit 16 auf´s Abstellgleis und warten dort, bis ihnen die Arbeitslosengelder eingestellt werden - denn für Schmarotzer haben die Fleißigen und Tüchtigen nichts über. Dummerweise wird der Großteil der heutigen Jugendlichen weder fleißig noch tüchtig sein können, weil sie einfach nichts Qualifiziertes lernen konnten - oder besser durften", stellte Slacik klar.

Dann aber würden die EU-Sanktionen bereits längst eingestellt sein und Österreich trotzdem im Mittelpunkt der europäischen Diskussion stehen: Als Sorgenkind und Schlusslicht hinter den EU-Mitgliedern Bulgarien, Rumänien oder Türkei, wo die Jugendlichen dann weitaus mehr Chancen haben werden. "An Phantasie mangelt es also wahrlich nicht", schloss Slacik.
(Schluss)

ÖGB, 21. Juni 2000
Nr. 531

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