"Schlanke Verwaltungen, Lean-Management im Vergleich",

Wien (OTS) - "Schlanke Verwaltungen, Lean-Management im
Vergleich", war das Thema einer Veranstaltung am 21.06.00 vor 120 Führungskräften des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit im Festsaal des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen (BEV) in Wien. Auf Einladung der zuständigen Gewerkschaft referierten

Prof. Kurt Promberger (Universität Innsbruck), Dipl.-Ing. Urs Gerber (Schweizer Landestopographie), Dr. Arnold Pregernig (Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit) und Mag. Mooslechner, Vorsitzender der Bundessektion Landesbedienstete in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. Sts. Finz war wegen eines Parlamentstermins verhindert.

Prof. Promberger verglich den Staatsanteil der Öffentlicher Verwaltung mit anderen Ländern in Europa und der USA . Österreich liegt in dieser Statistik an drittletzter Stelle. Durch eine extreme Privatisierungswelle hat sich Italien in das Mittelfeld vorgearbeitet. In der Diskussion wurden große Zweifel geäußert, ob die italienische Verwaltung als Muster für Österreich zu verwenden ist. Dr. Promberger: " Privatisierung ist eine der schlechtesten Formen der Reduktion staatlicher Verwaltungsaufgaben - es sollte mehr über Reformen gesprochen werden".

Dipl.-Ing. Gerber stellte in seinem Statement die 4 Verwaltungskreise der Schweiz vor. Am Beispiel der Schweizer Landestopographie wurde das Modell FLAG (Führen durch Leistungsauftrag), Verwaltungskreis 2, erklärt.

Für den Leiter des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen wäre dieses Modell der "Schwesterorganisation" in der Schweiz der finanzielle Spielraum für ein effektives und effizientes Eich- und Vermessungswesen in Österreich.

Die Reform des BEV hat derzeit bereits eine Einsparung von rund 200Mio. gebracht. Für weitere Reformschritte sind entsprechende Rahmenbedingungen nötig.

Dr. Pregernig hat im Auftrag des jetzigen Ministers für Wirtschaft und Arbeit das Umweltbundesamt in die Ausgliederung begleitet und einvernehmlich mit Dienstbehörde und Personalvertretung die Umwandlung in eine Ges.m.b.H vollzogen.

"Diese Ausgliederung wurde vom damaligen Bundeskanzler Klima und Sts. Ruttensdorfer politisch gewollt. Es fand keine vorherige Sachdiskussion über Sinn und Möglichkeiten statt. Die Schwierigkeiten derartiger Massnahmen sind die betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen, die beim Umweltbundesamt nicht gegeben waren und derzeit teilweise noch immer fehlen. Reformen in nachgeordneten Bereichen als Einzelaktionen ohne Sachdiskussion sind sinnloser Aufwand. Nur ein Gesamtkonzept mit entsprechenden Massnahmen in den Zentralleitungen, sind ein sinnvoller Weg."

Der Vorsitzende des Fachausschusses im Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, der auch die Diskussion moderierte, stellte dazu fest, das ein Vergleich der Dienststellen BEV und UBA-Ges.m.b.H schon aus der unterschiedlichen Gössen (etwa 1 zu 10) nicht zulässig ist.

Mag. Mooslechner: Die Salzburger Landesregierung hat eine Reihe von Einzelmodellen für Verwaltungsreformen präsentiert, die durchwegs Nachteile für die Mitarbeiter brachten. Die Bediensteten mit ihren Personalvertretungen und der Gewerkschaft sind Verbesserungen aufgeschlossen und der Motor von Reformen. Bei Personalreduzierungen mit dem Rasenmäher und ohne Aufgabenkritik trägt die Politik die Verantwortung, wenn anstelle einer Serviceverbesserung, eine wesentliche Verschlechterung für den Staatsbürger eintritt. Der Versuch einer ehrlichen Aufgabenkritik von Seiten der Verwaltungen wird meist durch politische "Interventionitis" abgestellt.

Einheitliche Auffassung aller Diskussionsteilnehmer war, das in Österreich die Politik zwar stets von Verwaltungsreformen spricht, punktuell und vereinzelt auch erfolgreiche Reformen durchgeführt wurden, es jedoch keine klar definierten Zielvorstellungen gibt. Statt Unterstützung der Verwaltungen durch klare Zielvorgaben für Verwaltungsreformen werden budgetkosmetische Einzelaktionen durchgeführt. Die Diskussion schwankt zwischen Privatisierung und keinem Handeln und läßt nachhaltige Reformen und Einsparungen ausser acht..

Es liegt aber auch an der Wissenschaft, an den Dienststellen des Bundes und an der Personalvertretung diese Anforderung an die Regierung zu stellen.

Für Interessierte sind die Diskussionsbeiträge beim

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