AK Tumpel: Regierung verschärft Pakt gegen die Jugend (2)

Lehrlinge müssen länger arbeiten und können leichter gekündigt werden

Wien (AK) - Lehrlinge sollen in der Nacht noch länger arbeiten, ihre Probezeit wird verlängert und wenn sie die Lehre abgeschlossen haben, können sie früher entlassen werden. "Damit liefert die Regierung die Lehrlinge vollständig den Unternehmern aus", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel die Pläne von FPÖ und ÖVP. Erst zerreißt die Regierung das Auffangnetz für Tausende Jugendliche, die keine Lehrstelle finden. Jetzt macht sie die Lehrlinge recht- und schutzlos. "Das ist eine Politik gegen die Jugend und ausschließlich im Interesse der Unternehmer", sagt Tumpel. ****

Noch länger arbeiten in der Nacht
Künftig sollen Lehrlinge im Gastgewerbe bis 23 Uhr arbeiten. "Ich frage mich, was ein Lehrling bis 23 Uhr noch lernen kann, was er nicht schon bis 22 Uhr hätte lernen können", sagt Tumpel. Für ihn liegt die Absicht der Regierung klar auf der Hand: Billige Lehrlinge sollen teure Erwachsene ersetzen. "Damit werden nicht nur die Lehrlinge ausgebeutet, es werden auch Arbeitskräfte verdrängt", kritisiert Tumpel die Kurzsichtigkeit von FPÖ und ÖVP.

Weniger Kündigungsschutz
Die Dauer der Probezeit für Lehrlinge wird von zwei auf drei Monate erhöht. Von dieser Maßnahme profitieren einmal mehr die Unternehmer:
Lehrlinge werden im Fremdenverkehr für die Sommersaison oder im Handel während des Weihnachtsgeschäftes als billige Hilfsarbeiter eingesetzt und nach den drei Monaten sagt der Chef: "Tut mir leid, such‘ dir was anderes." Die Lehrberechtigten werden nacheinander Jugendliche für knapp drei Monate für Hilfsarbeiten einsetzen und sich dann nach einem neuen "Lehrling" umsehen, sagt Tumpel.

Ausbeuten und abschieben
Nach dem Lehrabschluss können Unternehmer die fertigen Facharbeiter nach drei Monaten (bisher vier) entlassen. "Das bringt nur eine finanzielle Entlastung für die Betriebe", sagt Tumpel, "und das auf dem Rücken der Arbeitnehmer." Das Motto lautet: Ausbeutung und Abschiebung der jungen Facharbeiter.

Tumpel kritisiert die Pläne der Regierung als einmaligen Sozialabbau: "Die Lehrlinge werden gesetzlich zu billigen Hilfskräften degradiert." Kein einziges Vorhaben von FPÖ und ÖVP bringe Vorteil für die Lehrlinge. Im Gegenteil: Die Unternehmer werden entlastet, die Lehrlinge belastet.

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