AK Tumpel: Regierung schließt Pakt gegen die Jugend

FPÖ und ÖVP streichen Ausbildungsplätze für Tausende Jugendliche

Wien (AK) - Jetzt ist es fix: Die blau-schwarze Regierung will das Auffangnetz zerreißen. Tausende Jugendliche, die im Herbst keine Lehrstelle finden können, werden in unverbindliche Lehrgänge abgeschoben, kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. In ganz Österreich werden davon bis zu 5.500 Jugendliche betroffen sein, befürchtet der AK Präsident. In den vergangenen beiden Jahren hat das Auffangnetz jeweils 4.000 Jugendlichen eine vollwertige Ausbildung geboten. Damit ist es jetzt vorbei: Für lehrstellensuchende Jugendliche gibt es nur mehr unverbindliche kurze Lehrgänge, ohne anerkannte Berufsausbildung. Es werden nämlich die Lehrberechtigten entscheiden, ob sie einen Lehrgangsabschluss überhaupt anerkennen. "Das ist kein "Pakt für die Jugend", das ist ein "Pakt für die Unternehmer", kritisiert Tumpel. Jetzt liege es in der Verantwortung der Abgeordneten, ob dieser unsägliche Pakt auch umgesetzt wird. ****

Wenn die Betriebe nicht mehr Lehrlinge aufnehmen als bisher, werden im Herbst bundesweit bis zu 5.500 15-Jährige keinen Ausbildungsplatz finden, warnen die AK ExpertInnen. Statt einer vollwertigen Ausbildung im Auffangnetz soll es für sie künftig nur mehr kurze unverbindliche Lehrgänge geben. Aber nicht einmal wieviele Lehrgangsplätze angeboten werden oder wie sie finanziert werden sollen steht fest. Für die Teilnehmer an den Lehrgängen, beginnen die Schwierigkeiten, wenn sie eine fixe Lehrstelle suchen. Ob ihre Ausbildung in den Lehrgängen anerkannt wird, entscheiden die Lehrberechtigten. "Wenn die Unternehmer ,Nein‘ sagen, müssen die Jugendlichen wieder bei Null beginnen", kritisiert Tumpel. Die Betriebe bekommen so qualifizierte Jugendliche, denen sie aber nur die Lehrlingsentschädigung des ersten Lehrjahres bezahlen müssen.

Entschieden lehnt der AK Präsident die ebenfalls von der Regierung geplante "Vorlehre für alle" ab. Sie bedeutet für viele Jugendliche eine Schmalspur-Ausbildung ohne echten Berufsabschluss. Betriebe können Hilfsarbeiter durch billigere Vorlehrlinge ersetzen. Diese Vorlehrlinge haben keinen anerkannten Lehrabschluss und sie können nur dann in eine richtige Lehre wechseln, wenn der Lehrberechtigte dem zustimmt. Zudem kann der Vertrag dieser Jugendlichen während der ersten sechs Monate ihrer Vorlehre jederzeit aufgelöst werden. "Mit dieser Regelung vertritt die Regierung die Interessen der Unternehmer auf dem Rücken der Jugendlichen", stellt Tumpel fest. Er fordert die Regierung auf, das erfolgreiche Auffangnetz für die Jugendausbildung unbefristet fortzusetzen: "Die Jugendlichen müssen ein Recht auf Ausbildung haben."

(Fortsetzung)

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