Bank Burgenland: Maßnahmenpaket nach HOWE-Betrugsfall

Eisenstadt (OTS) - Der neue Vorstand der Bank Burgenland AG präsentierte heute in einer Pressekonfe-renz ein umfangreiches Maßnahmenpaket im Zuge der Aufarbeitung des HOWE-Betrugsfalles. Vorstandsdirektor Mag. Gerold Stagl und Vorstandsdirektor Oswald Koller betonten ferner, dass "alles getan wird, um eine lückenlose Aufklärung des Falles zu ermöglichen und auf Basis einer intensiven Fehleranalyse alle Vorkehrungen zu treffen, dass so etwas in der Bank Burgenland nicht mehr passieren kann."

Das Land Burgenland hat in einer Regierungssitzung am 20.6.2000 eine Garantieerklärung für die aushaftenden Kredite an den HOWE-Komplex abgegeben. Dadurch wird es der Bank Burgenland ermöglicht, den Jahresabschluss 1999 zu erstellen. In weiterer Folge soll die Bank Burgenland durch eine Kapitalerhöhung und eine Privatisierung der Landesanteile auf eine neue Basis gestellt werden.

Neues Kreditrisikomanagement

Als eine der wichtigsten Sofortmaßnahmen führte Vorstandsdirektor Oswald Koller die Implementierung eines Kreditrisikomanagements, dessen Leitung mit einem externen Experten besetzt wird, an. "Es geht um ein strategisches und operatives Kreditrisikomanagement", so Koller. Dies bedeutet: "4-Augen-Prinzip, Portfolioanalysen, ein strukturiertes Antragswesen sowie die Sicherstellung der ordnungsgemäßen vertraglichen Abwicklung", betont Koller weiter. Neben der Implementierung dieses Kreditrisikomanagements wird eine Neuorganisation des Privatkunden- und Firmengeschäftes vorgenommen sowie die Implementierung einer speziellen Großkundenbetreuung und einer eigenen Veranlagungs-Beratergruppe. Zur Neuorganisation gehört auch die Neustrukturierung im Bereich Recht und Beteiligung, sowie die Neubesetzung der Leitung im Bereich Beteiligung durch einen Neuzugang in der Bank Burgenland.

Bank Burgenland wurde über Jahre hinweg getäuscht

Wie der Vorstand weiter berichtete, ergaben die bankinternen Ermittlungen im HOWE-Komplex in den letzten zwei Wochen, dass die Bank Burgenland über die wirtschaftliche Situation der HOWE-Gruppe sowie die wirtschaftlichen und persönlichen Verflechtungen der Unternehmen und ihrer Geschäftsführer untereinander über Jahre hinweg getäuscht wurde. Dazu dienten vermutlich Bilanzfälschungen, Vortäuschung von Wirtschaftsprüfungen, Fälschungen von Bilanztestaten und Anwaltsbriefen sowie unrichtige Sachverständigengutachten über die zur Besicherung der Kredite eingebrachten Liegenschaften.

Mag. Gerold Stagl, Vorstandsdirektor der Bank Burgenland, weist darauf hin, dass zwar noch nicht alle Untersuchungen der Bank abgeschlossen sind, aber "die Werthaltigkeit der Liegenschaften im Durchschnitt nur rund 10 Prozent der in den Schätzgutachten genannten Summen entsprechen. Dies ergibt sich aus den von der Bank Burgenland eiligst eingeholten neuen Schätzgutachten." Stagl weist zudem darauf hin, dass die Unternehmen der HOWE-Gruppe entgegen den bei der Bank Burgenland abgegeben Bilanzen hohe Verluste aufweisen. "Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren", so Stagl, "ergibt sich die von der Bank Burgenland bereits veröffentlichte Schadenssumme."

Umgehende Maßnahmen zur Schadensminimierung

"Wir haben als neuer Vorstand der Bank Burgenland nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Kriminalfalles alles unternommen, um den Schaden für die Bank so gering wie möglich zu halten", betonen die beiden neuen Vorstände der Bank Burgenland, Oswald Koller und Gerold Stagl. Neben den sofortigen Konkursanträgen gegen die betroffenen Unternehmen, die in Abstimmung mit dem Masseverwalter eine Unternehmensfortführung ermöglichen sollen, wird mit der umgehenden Verwertung von dinglichen Sicherheiten in Deutschland begonnen. Der Konkursantrag gegen Herrn Hom-Rusch / Thom persönlich, welcher einen Zugriff auf etwaiges Privatvermögen ermöglicht, sowie die Sicherungsmaßnahmen gegenüber den früheren Vorständen der Bank Burgenland bis zur endgültigen Klärung des Sachverhaltes sind ebenfalls Maßnahmen der Schadensminimierung. Hinzu kommt die Prüfung von Schadenersatzansprüchen gegenüber den Verfassern der Schätzgutachten der Liegenschaften.

Bank Burgenland - Neu

"Wir haben in den letzten Tagen schon alles daran gesetzt", so Stagl und Koller, "um diesen offensichtlichen Betrugsfall und die damit verbundenen Vorkommnisse in der Bank Burgenland so schnell als möglich aufzuklären."

Die beiden Vorstände, die seit zwei Monaten im Amt sind, betonen, dass es in den nächsten Wochen und Monaten darum gehe "das Vertrauen der Kunden in die Bank, das in den letzten vierzehn schweren Tagen so eindringlich unter Beweis gestellt wurde, nachhaltig abzusichern." Neben der Optimierung der angebotenen Serviceleistungen steht für Stagl und Koller "die Sicherstellung einer attraktiven Eigenkapitalrendite der Bank für die Aktionäre selbstverständlich im Vordergrund, damit künftig keine hohen Wertberichtigungen mehr aus dem Kreditgeschäft heraus notwendig sind." Die Bank Burgenland sei eine der führenden Regionalbanken in Ostösterreich, "diese Marktstellung auszubauen, daran werden wir mit aller Energie arbeiten", betonen die beiden Vorstände. "Für uns gilt jetzt: Bank Burgenland NEU. Nehmen Sie uns beim Wort", mit diesen Worten überschreiben die beiden neuen Vorstände ihr Arbeitsprogramm.

Rückfragenhinweis: Bank Burgenland AG
Vorstandsdirektor
Mag. Gerold Stagl
Tel: 02682/605-DW 325

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