Mitteilung des Österreichischen Presserates

Wien (OTS) - Der Österreichische Presserat hat sich in seiner Sitzung vom 20 Juni 2000 mit der Beschwerde Wiener Krankenanstaltenverbund, AKH-Universitätskliniken, Ärtzliche Direktion, gegen die Verwendung eines Fotos im Artikel "Der Aufmarsch der Schutzengerl" in Täglich Alles vom 24.3.2000 befaßt und wie folgt entschieden:

Mit der Herstellung und der Veröffentlichung des Fotos in Täglich Alles wurde das Ansehen der Presse grob verletzt. (Nach Par. 13 (2) c.2. und Par. 13 (2) d.2. der Geschäftsordnung des Österreichischen Presserates)

Begründung:
Mit der Veröffentlichung des Fotos wurde gegen folgende Punkte des Ehrenkodex für die Österreichische Presse verstossen: Pkt. 5.1:
"Jeder Mensch hat Anspruch auf Wahrung der Rechte und Würde der Person", Pkt. 6.1.: "Die Intimsphäre jedes Menschen ist grundsätzlich geschützt", Pkt. 6.2.: "Bei Kindern ist dem Schutz der Intimspähre Vorrang vor dem Nachrichtenwert einzuräumen", Pkt. 6.3.: "Vor der Veröffentlichung von Bildern und Berichten über Jugendliche ist die Frage eines öffentlichen Interesses daran besonders kritisch zu prüfen", Pkt. 7.1.: "Bei der Beschaffung mündlicher und schriftlicher Unterlagen sowie von Bildmaterial dürfen keine unlauteren Methoden angewendet werden", und Pkt. 7.2.: "Unlautere Methoden sind z.B. Irreführung, Druckausübung, Einschüchterung, brutale Ausnützung emotionaler Stress-Situaitonen und die Verwendung geheimer Abhörgeräte".

Als erschwerend wurde angesehen, dass trotz eindringlicher Aufforderung der Krankenanstalt und dem Hinweis, dass die Bildveröffentlichung von den Angehörigen nicht genehmigt wurde, von der Veröffentlichung nicht Abstand genommen wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Rudolf Chmelir (Vorsitzender)

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