ORF-REDAKTEURSRAT GEGEN POLITISCHE EINSCHÜCHTERUNGSVERSUCHE

Protest gegen den Versuch der Regierungsparteien, die journalistische Freiheit im ORF zu untergraben.

Wien (OTS) - Der ORF-Redakteursrat weist das Ansinnen von ÖVP- und FPÖ-Kuratoren, die Hörfunksendung "Journal Panorama" durch eine "unabhängige Medienbeobachtungsstelle" auf ihre Objektivität überprüfen zu lassen, als unerhörten Versuch zurück, politischen Druck auf ORF-Journalisten auszuüben.

Die Redakteursvertretung des ORF weist daraufhin, daß das "Journal Panorama" wie alle anderen Sendungen des ORF dem Rundfunkgesetz und den Programmrichtlinien unterliegt. Bei behaupteten Verstößen gegen Bestimmungen des Rundfunkgesetzes (darunter fallen die Berücksichtigung der Meinungsvielfalt und auch das Objektivitätsgebot) ist nach § 25 RFG die Kommission zur Wahrung des Rundfunkgesetzes zur Entscheidung berufen. Es scheint daher mehr als verwunderlich, daß ein ORF-Gremium den Generalintendanten zur Umgehung eines anderen ORF-Gremiums auffordert.

Absurd scheint das Vorhaben der ÖVP-FPÖ-Koalition nicht zuletzt angesichts der Tatsache, daß es sich bei der Hörfunkreihe "Journal Panorama" um eine besonders geschätzte Sendung handelt, die regelmäßig mit internationalen Journalismuspreisen ausgezeichnet wird und in den letzten Jahren ihre Hörerzahlen verdoppelt hat.

Der Redakteursrat des ORF verwahrt sich entschieden gegen jeden Versuch, die gesetzlich garantierte Unabhängigkeit der ORF-Journalisten in Frage zu stellen.

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