Elektroindustrie fordert mehr Anstrengungen für den Klimaschutz

Branche verlangt Pläne für Energieeffizienzsteigerungen, Technologieentwicklung und den Handel mit Emissionszertifikaten

Wien (PWK) - Das Thema "Klimaschutz" ist aktueller denn je. Zur Bekämpfung der globalen Erwärmung wurde das Kyoto-Protokoll beschlossen, welches eine weltweite CO2-Reduktion vorsieht. Österreich soll dabei überproportional eine Reduktion von rund 13 % erreichen, was sich bei näherer Betrachtung kaum realisieren lässt, da die Emissionen seit 1990 in der Realität nicht gesunken, sondern sogar um rund 2,7 % gestiegen sind. Eine Trendumkehr erscheint daher nicht realistisch. Die Elektro- und Elektronikindustrie will ihre Technologie verstärkt im Klimaschutz einbringen und fordert aus diesem Grund zunächst nationale Maßnahmenpläne für eine CO2-Reduktion, heißt es in einer Aussendung des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustie (FEEI).

Diese Pläne müssen vor allem Energieeffizienzsteigerungen, Umweltförderungen, Technologieentwicklungen und die Schaffung eines Systems zum Handel mit Emissionszertifikaten vorsehen.

Die Idee des Kyoto-Protokolls geht aber über eine rein nationale Maßnahme zur CO2-Reduktion hinaus, da im Protokoll die Forderung flexibler Mechanismen wie Joint implementation (JI) oder Clean development mechanism (CDM) vorgesehen sind. Im Rahmen dieser Projekte geht es vor allem darum, dass ein Investorland ein Projekt in einem Industrie- bzw. Entwicklungsland initiiert und fördert, um damit dort eine CO2-Reduktion zu erreichen. Andererseits wird dem Investorland ein Teil dieser CO2-Reduktion gutgeschrieben. Hier treffen sich Ökonomie und Ökologie. Dies sollte auch ein Schwerpunkt der österreichischen Klimapolitik sein, welcher zur Zeit augenscheinlich völlig vernachlässigt wird.

Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie sieht in dieser Vernachlässigung ein großes Versäumnis, da alle lukrativen Projekte zur Förderung flexibler Instrumente vorrangig von amerikanischen, englischen und niederländischen Unternehmen gesteuert werden. In anderen Ländern werden bereits seit langem Strategien zum Einsatz flexibler Mechanismen umgesetzt. Die Niederlande möchten z.B. 50 % ihrer Zielvorgaben durch flexible Instrumente erreichen. Vorraussetzung zur Unterstützung flexibler Instrumente wie JI und CDM sind eine hohe Beteiligung der öffentlichen Hand und die Bereitstellung finanzieller Mittel.

Klimaschutz mit rein nationalen Maßnahmen erscheint somit auch in der österreichischen Klimapolitik zu wenig. Verstärkt müssen auch die oben genannten Kooperationsprojekte in Industrie- und Entwicklungsländern unterstützt und gefördert werden.

Die Elektro- und Elektronikindustrie wird sich auch in Zukunft verstärkt für die Nutzung der Kyoto-Mechanismen einsetzen. Dies wird sich allerdings erst dann volkswirtschaftlich positiv auswirken, wenn dafür auch die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen sind. (MH)

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