Nürnberger mit 99,6 Prozent zum Vorsitzenden gewählt

Fusion von zwei gleichberechtigten Partnern (6. Gewerkschaftstags-Bericht)

Wien (Gewerkschaft Metall - Textil/ÖGB) Rudolf Nürnberger, bisher Vorsitzender der Metallergewerkschaft, wurde heute vormittag mit 99,6 Prozent zum Vorsitzenden der Gewerkschaft Metall - Textil gewählt. Harald Ettl, bisher Vorsitzender der Textiler, wurde mit 99,4 Prozent zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. ++++

Die Delegierten haben am Beginn der heutigen Beratungen einstimmig die Fusion von Gewerkschaft Metall - Bergbau - Energie und Textil, Bekleidung, Leder beschlossen. Damit ist die Fusion ab sofort wirksam, die Gewerkschaft Metall - Textil vertritt rund 300.000 Beschäftigte in den Branchen Metall, Bergbau, Energie, Textil, Bekleidung, Leder und Arbeitskräfteüberlassung.

"Bei der Fusion von Metallern und Textilern haben zwei gleichgerechtige Partner erkannt, dass es für die Kolleginnen und Kollegen sinnvoll ist, gemeinsam für ihre Interessen einzustehen", sagte Rudolf Nürnberger am 1. Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Metall - Textil.

"Ich bin stolz, dieser neuen Gewerkschaft vorstehen zu dürfen", so Nürnberger nach Bekanntngabe des Wahlergebnisses. "Bei der Wahl haben Textiler Metaller gewählt und umgekehrt, Angehörige der christlichen und der kommunistischen Fraktion haben Sozialdemokraten gewählt, Sozialdemokraten haben Christgewerkschafter gewählt. Bewahren wir uns diese politische Geschlossenheit! Wir lassen uns nicht auseinander dividieren!"

"Die Regierung hat seit zwei Monaten Vorschläge des ÖGB zu einer Reform der Pensionssysteme. Entweder können sie nicht lesen oder sie wollen nicht lesen", sagte Nürnberger nach dem Beschluss der Fusion anlässlich des heutigen Pensionsgipfels. "Wir wollen eine gerechte Verteilung der Lasten, wir wollen ein einheitliches Pensionssystem." Die Regierung wäre gut beraten, den Standortvorteil sozialer Frieden nicht zu gefährden." In Richtung des Wirtschaftskammergeneralsekretärs Stummvoll sagte Nürnberger, er stimme mit Stummvoll überein, dass alle im selben Boot säßen. "Es kann aber nicht so sein, dass wir Arbeitnehmer rudern und die Arbeitgeber am Sonnendeck sitzen."

"Wir waren schon lange überzeugt, dass man sich im Österreichischen Gewerkschaftsbund neu formieren muss, um für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet zu sein", sagte Harald Ettl nach dem einstimmigen Beschluss. "Wir sind die ersten, die das in dieser Form tun, weitere Schritte im ÖGB müssen folgen. Beide Gewerkschaften bauen auf einer langen Tradition auf, nur wenn man sich dieser Traditionen bewusst ist, hat man auch Chancen auf eine gute Zukunft."

ÖGB, 20. Juni 2000
Nr. 520

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