Fischer bei Metall-Textil: Gewerkschaften in Demokratie unverzichtbar!

5. Gewerkschaftstag-Bericht

Wien (Gewerkschaft Metall - Textil/ÖGB) "Im Staatsschiff Republik Österreich müssen die Lasten gleichmäßig verteilt werden, damit das Schiff nicht Schlagseite bekommt," sagte Nationalratspräsident Dr. Heinz Fischer beim 1. Gewerkschaftstag der seit heute fusionierten Gewerkschaft Metall - Textil. ++++

Zur Frage der EU-Sanktionen sagte Fischer, man müsse mit aufrechtem Gang und selbstbewusst auf eine Normalisierungsstrategie hinarbeiten. "Man muss mit vernünftigem Verhalten überzeugen und nicht antieuropäische Stimmung schüren."

"Pluralismus heißt nicht, die eine Seite schafft an und die andere muss das akzeptieren", sagte Fischer zum Umgang der Regierung mit den Sozialpartnern. "Pluralismus heißt, dass zur Kenntnis genommen wird, es gibt Arbeitgeber und es gibt Arbeitnehmer. Die Gewerkschaften sind in dem pluralistischen Modell der Demokratie ein unverzichtbarer Bestandteil!" Jeder, der einen fairen Interessensausgleich und das Bekenntnis zur sozialen Gerechtigkeit ernst nehme, müsse froh sein über das Verantwortungsbewusstsein der Gewerkschaften. Die soziale Symmetrie sei ein wichtiges Element des politischen Systems. Wie beim Beladen eines Schiffes müsse man die Lasten gleichmäßig verteilen, "damit das Schiff nicht Schlagseite bekommt. Auch im Staatsschiff Republik Österreich müssen die Lasten gleichmäßig verteilt werden!" Ob gleichmäßig verteilt werde, könne nicht ein Sozialpartner allein entscheiden. "Nicht die Regierung, nicht die Industriellenvereinigung oder die Bundeswirtschaftskammer kann allein entscheiden. Das muss im sozialen Dialog entschieden werden, und darum sind faire Verhandlungen so wichtig."

Den Dialog zu führen sei auch in der Frage der Pensionsreform eine wichtige Sache, vor allem "wenn es wahr ist, dass die Pensionsreform nicht nur eine kurzfristige Geldbeschaffungsaktion sein soll, sondern dass man sich Sorgen darüber macht, dass die heute jungen Menschen gesicherte Pensionen haben sollen", sagte Fischer. Dabei dürfe es nicht darum gehen, ob drei, vier Wochen länger Gespräche geführt werden oder ob das Paket einige Monate später in Kraft trete. "Ich wünsche der Republik, dass sie weiterhin starke, verantwortungsbewusste und wirksame Gewerkschaften haben möge - als notwendigen und gerechten Faktor des sozialen Ausgleichs", schloss der Nationalratspräsident.

ÖGB, 20. Juni 2000
Nr. 519

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