NEWS veröffentlicht geheimes Protokoll des Finanzministeriums - Landeshauptmann intervenierte bei Bankenaufsicht für gescheiterten Ex-Chef der Bank für Burgenland

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 25 vom 21. Juni 2000

Wien (OTS) - Burgenlands Landeshauptmann Karl Stix hat bei der
Bank Burgenland, die er nun mit einer Landesgarantie über 2,35 Milliarden vor der Pleite retten muss, direkt eingegriffen. Dies geht aus streng vertraulichen Protokollen der Bankenaufsicht hervor, die das Magazin NEWS in seiner morgen, Mittwoch, erscheinenden neuen Ausgabe veröffentlicht. Konkret hat Stix im Finanzministerium und bei der Nationalbank noch im heurigen März für die Weiterbestellung seines Freundes Ernst Gassner als Generaldirektor der Bank Burgenland interveniert.

Zuvor hatte schon Ende Dezember die Oesterreichische Nationalbank im Auftrag der Bankenaufsicht in einem ungewöhnliche scharfen Prüfbericht auf die hohen Kreditrisken bei der Bank Burgenland und auch auf die (laut Nationalbank) 2,2 Milliarden Kredite an die Howe-Gruppe und deren Umfeld aufmerksam gemacht. Die OeNB hatte vor allem Gassner scharf kritisiert und die Abberufung des gesamten Vorstandes verlangt.

Als Bankenaufsicht und OeNB auf ihrer Forderung nach einer Ablöse Gassners bestanden, schaltete sich Stix ein. Laut einer vertraulichen internen Chronologie der Bankenaufsicht, die NEWS vorliegt, habe Stix am 7. März 2000 den zuständigen Sektionschef des Finanzministeriums, Alfred Lejsek, und Bankenaufseher Alexander Gancz in das Landhaus nach Eisenstadt zitiert. Thema der Besprechung: die Vorstandsbestellung bei der Bank Burgenland. Am 22. März führte Stix dann eine weitere Verhandlung, diesmal mit Lejsek und der für die Bankenkontrolle zuständigen Vizegouverneurin der OeNB, Gertrude Tumpel-Gugerell. Als Ergebnis dieser Besprechung wird in diesem vertraulichen Papier protokolliert: "Das Mandat von Dr. Gassner wird um ein Jahr verlängert, neu in den Vorstand werden Oswald Koller und Gerold Stagl berufen."

Der Aufsichtsrat, in dessen alleinige Kompetenz die Bestellung der Vorstände aktienrechtlich fällt, beschloß, so NEWS, die Bestellung Gassners, Stagl und Kollers erst am 29. März, also eine Woche nach dem Treffen von Stix mit den Bank-Kontrolloren. Sowohl Tumpel-Gugerell, als auch Lejsek bestätigen gegenüber NEWS die Verhandlungen mit Stix. Ursprünglich hatte Stix sogar eine Verlängerung des Generaldirektorenvertrages Gassners um fünf Jahre durchsetzen wollen. Gegen Gassner ermittelt bekanntlich die Eisenstädter Justiz im Zusammenhang mit dem Betrugsfall Howe.

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