128 neue Wiener Umweltbetriebe

Erfolgreiche Zwischenbilanz im "ÖkoBusinessplan Wien" 2000, dem Umweltservice Paket für die Wiener Wirtschaft

Wien, (OTS) Das Umweltservice-Paket "ÖkoBusinessPlan Wien", mit dem die Stadt Wien den Unternehmen effiziente Umweltberatung, praktische Hilfe beim Realisieren von Maßnahmen und eine punktgenaue Förderung anbietet, startet heuer voll durch. Diese erfolgreiche Zwischenbilanz konnte Wiens Umweltstadtrat Fritz Svihalek am Dienstag im Pressegespräch des Bürgermeisters vorlegen. In den letzten Monaten wurde der "ÖkoBusinessPlan Wien" von der Wiener Wirtschaft nahezu gestürmt. 128 neue Unternehmen wollen im Jahr 2000 zu Umweltmusterbetrieben werden. Das sind mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr. (Im Jänner 2000 wurden die ersten 56 Wiener Betriebe für ihre 1999 im "ÖkoBusinessPlan Wien" realisierten Umweltleistungen ausgezeichnet.) Mit dabei sind so bekannte Unternehmen wie der ORF, die OMV, der Chemiekonzern
Baxter, Mischek Bau, OTIS und das Theater in der Josefstadt. Umweltmaßnahmen werden zum Beispiel in den Bereichen Energie, Verkehr, Abfälle, Wasser oder umweltfreundlicher Einkauf gesetzt. Geleitet wird das Projekt von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22). Bürgermeister Dr. Michael Häupl: "Mit dem ´ÖkoBusinessPlan Wien´ nutzen viele Wiener Unternehmen die Chance, durch effiziente Umweltschutzmaßnahmen die Produktivität zu steigern und Betriebskosten zu sparen".

Über den "ÖkoBusinessPlan Wien" und seine fünf Programme informieren auch kostenlose Spezialfolder und Broschüren, die bei der MA 22 - Umweltschutz unter der Tel.-Nr.: 4000/88257 oder per e-mail: ebe@m22.magwien.gv.at angefordert werden können. Infos über die Programme, Betriebe und Maßnahmen gibt es auch im Internet: www.oekobusinessplan.wien.at/ ****

Fünf Module maßgeschneidert für jeweilige Betriebssituation

Unter dem Motto "Mehr Umweltschutz, mehr Gewinn für Wiener Betriebe", stehen im "ÖkoBusinessPlan" derzeit fünf Umweltprogramme zur Auswahl: "Ökoprofit", "EMAS" ( EG-System für das Umweltmanagement und Betriebsprüfung), "Betriebe im Klimabündnis", "Umweltzeichen Tourismus" und neu seit Jänner 2000 das Umweltmanagementsystem "ISO 14001". Grundsätzlich
funktionieren alle fünf Programme in jeder Branche. Welches der Programme sich für welchen Betrieb am besten eignet, hängt jedoch auch von der Situation, der Größe und dem Engagement des Betriebes ab. Um sicher zu gehen, dass sich die angebotenen Programme und Inhalte auch für den jeweiligen Betrieb passen und den maximalen Erfolg bringen, bieten die ´ÖkoBusinessPlan Berater´ Kurzuntersuchungen der betrieblichen Situation an.

"Das Konzept funktioniert prächtig, wie das große Interesse der Wiener Wirtschaft zeigt", freut sich auch Wiens Umweltstadtrat Fritz Svihalek und verrät gleichzeitig das ehrgeizige Ziel bis zum Jahr 2002: Dann nämlich sollen mindestens 300 Wiener Unternehmen eines der fünf Umweltprogramme erfolgreich absolviert haben. Jährlich investieren deshalb die Stadt Wien und ihre
Projektpartner in das Programmanagement inklusive Beratungs-, Serviceangebote und Förderungsmittel insgesamt 17 Millionen Schilling. Eine Investition, die sich lohnt. Denn allein die 56 Firmen, die 1999 mitgemacht haben, haben im "ÖkoBusinessPlan" Umweltmaßnahmen im Wert von 62 Millionen Schilling realisiert.

128 neue Wiener Betriebe machen heuer mit

128 Unternehmen haben heuer mit einem der fünf
Umweltprogramme im "ÖkoBusinessPlan Wien" bereits begonnen. So machen beim Modul "Ökoprofit" 31 Wiener Betriebe mit. Dazu gehören Unternehmen wie Henkel Austria, Duropack, der Musiksaitenproduzent Thomastik-Infeld, der Chemieproduzent Baxter (ehemalige Immuno),
der ORF, Collini Galvanik, Mischek Bau, die OMV, der Kulturverein Flex, die Therme Oberlaa, das Autohaus Tarbuk oder das Theater in der Josefstadt. Wegen des großen Interesses wurden heuer erstmals vier parallele "Ökoprofit-Workshop-Reihen" in Wien gestartet. Denn die Zahl der "Ökoprofit-Einsteiger" hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Übrigens: Das Modul "Ökoprofit" wird in leicht modifizierter Form auch für Schulen in Wien angeboten. Egal ob Volksschule, Mittelschule oder HTL, alle Schulkategorien können mitmachen. Neun Wiener Schulen sind heuer fix dabei.

23 Anmeldungen liegen bereits für "EMAS" vor, zum Beispiel
von den Firmen Aventis-Behring, PC Wagner Elektrothermit, Muldenzentrale, Kattus, Pawel, Henkell und Söhnlein, Tierkörperbeseitigung, Preinl Stahlbau und Fels Leiterplatten. 15 Unternehmen (u.a. Reichhold Chemie, EVVA, Schunk Kohlebürsten, Austrian Aerospace, Varta Batterien, OMV Proterra, OMV
Cogeneration, ÖFA Akkumulatoren) haben sich zu "ISO 14.001" entschlossen.
Für das Programm "Betriebe im Klimabündnis" haben sich in den letzten Monaten bereits 19 Betriebe gemeldet. Fixstarter für das Jahr 2000 sind: die Druckereien Püsche und Donau Forum Druck, die Bäckerei Janele, die Wiener Linien, die Universität für Bodenkultur und das Architekturbüro Reinberg. An "Betriebe im Klimabündnis" können neben Wirtschaftsunternehmen auch kirchliche Einrichtungen teilnehmen. Sechs Wiener Pfarren sind heuer eingestiegen.

25 Tourismusunternehmen haben sich bereits für das "Umweltzeichen Tourismus" entschieden, wie zum Beispiel die
Austria Trend Hotels Europa, Astoria, Donauzentrum und Bosai oder das Restaurant Witwe Bolte. Weitere 50 Hotel- und Gastrobetriebe führen derzeit die vorbereitenden Umweltchecks durch. Sie treffen in den nächsten Wochen ihre Entscheidung, ob sie heuer zum "Umweltzeichen Tourismusbetrieb" werden wollen.

Mehr Berater und neuer "ÖkoBusinessClub"

Schon 1999 waren für den "ÖkoBusinessPlan Wien" insgesamt zehn Umwelt- und Unternehmensberatungsfirmen tätig. Der
Beraterstab wurde nun weiter aufgestockt. Heuer werden die Wiener Betriebe bereits von insgesamt vierzehn Beratungsunternehmen bei
der Umsetzung der Umweltprogramme unterstützt. Die Wiener
Betriebe, die neu in den "ÖkoBusinessPlan" einsteigen, haben nun noch mehr Möglichkeiten, sich den für sie passenden Berater auszuwählen.

Gegründet wurde heuer auch der "ÖkoBusinessClub". Er ist die Plattform für die Weiterbildung und den Erfahrungsaustausch zwischen den "ÖkoBusinessPlan-Betrieben" und solchen, die es noch werden wollen. Zusätzlich wird im Herbst eine eigene Seminarreihe unter dem Motto "Lernen von den Besten" gestartet. Dabei laden bereits ausgezeichnete "ÖkoBusinessPlan-Unternehmen" andere interessierte Wiener Betriebe ein, genauso umweltfit zu werden wie sie.

Das wollen die 128 neuen ÖkoBusinessPlan-Betriebe für Wiens Umwelt heuer tun

Die neuen "ÖkoBusinessPlan Wien" Teilnehmer haben sich im Interesse der Wiener Umwelt ehrgeizige Ziele vorgenommen. So will der ORF rund 70 Tonnen Papier/Zeitungen einsparen. Mischek Bau
wird die erste LKW-arme Baustelle in Betrieb nehmen und den Schwerverkehr sowie die damit verbundenen Schadstoffe um 90
Prozent verringern. Duropack, ein Wellpappeerzeuger erneuert seine Heizungsanlage und kann dadurch die Kesselleistung um 30 Prozent senken. Die Firma Rengshausen, die Metalloberflächen beschichtet, installiert eine neue Wasseraufbereitungsanlage: Das Ergebnis sind 85 Prozent weniger Abwasser. Die Wäscherei Rosa Toifl tauscht ihre Trockneranlage aus und das bringt 20 Prozent Energieeinsparung und 30 Prozent weniger Abluftemissionen. Die Wäscherei Flott modernisiert ihre Waschstraße und kann damit den Waschmittelverbrauch um 15 Prozent verringern. Die Universität für Bodenkultur setzt auf eine neue Heizungsregelung und reduziert dadurch ihren Wärmeverbrauch erheblich. Die Druckerei Püsche führt neue Drucktechnologien ein und verbraucht dadurch viel weniger Chemikalien. BP-Austria schult seine Fahrer und Fahrerinnen im ökologischen Fahren. Dank Öko-Drive soll dann der Treibstoffverbrauch um 10 Prozent sinken. Der Fleisch- und Wurstproduzent Wiesbauer optimiert die Abfalllogistik, das
bedeutet um 20 Prozent weniger Restmüllaufkommen.

Das hat der "ÖkoBusinessPlan Wien" für Wiens Umwelt bisher gebracht

Nicht weniger als 1.500 Einzelmaßnahmen wurden von den
bereits ausgezeichneten 56 "ÖkoBusinessPlan Wien"-Betrieben durchgeführt. Dabei haben die Firmen insgesamt rund 62 Millionen Schilling investiert. Die Maßnahmen zahlen sich nicht nur für Wiens Umwelt- und Lebensqualität aus, sondern auch für die Betriebe selbst: Sie sparen insgesamt 22 Millionen Schilling pro Jahr. Denn teure Rohstoffe werden gespart, Abfälle oder Emissionen vermieden und betriebliche Abläufe optimiert - und das verbessert die Kostenstruktur. Die Umweltbilanz im ersten "ÖkoBusinessPlan-Jahr" kann sich ebenfalls sehen lassen: Durch die realisierten Maßnahmen gelangen pro Jahr 4.900 Tonnen Kohlendioxid weniger in die Luft. Nicht gefährliche Abfälle werden um mehr als 50.000 Tonnen reduziert. Der Stromverbrauch sinkt um mehr als fünf Millionen Kilowattstunden. Weitere Auswirkungen: 230.000 Liter Heizöl, 70 Tonnen Rohstoffe, 250 Tonnen gefährliche Abfälle, 13.000 m³ Wasser werden eingespart. 400.000 weniger PKW-Kilometer und 40.000 weniger LKW-Kilometer verschaffen der Umwelt eine Atempause. Verringert werden auch Hilfs- und Betriebsstoffe, wie
zum Beispiel Schmieröle, Kleber oder Harze und zwar um 1.060 Tonnen.

Die Partner beim "ÖkoBusinessPlan Wien"

Professionelle Beratung, Hilfe bei der praktischen Umsetzung von Maßnahmen und eine wirkungsvolle Umwelt-Förderung, das leistet der "ÖkoBusinessPlan Wien". Das professionelle Know-how von vierzehn ausgewählten Consulting-Unternehmen und die aktive Beteiligung aller Projektpartner bürgen für Qualität und Professionalität. Partner beim "ÖkoBusinessPlan Wien" sind die Wirtschaftskammer Wien (WKW), das Wiener Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI Wien), das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, die Arbeiterkammer (AK), der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), die Magistratischen Bezirksämter als Gewerbebehörde und die Hauptsachverständigen der Magistratsabteilung 36 (zuständig u. a. für technische Gewerbeangelegenheiten). Die Förderungsmittel (zehn Millionen Schilling pro Jahr) stellt die Stadt Wien mit einer speziellen Investitionsförderungs-Aktion bereit, die vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds abgewickelt wird. Geleitet wird das Projekt von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22).

Anhang

Die fünf "ÖkoBusinessPlan Wien"-Umweltprogramme im Überblick "Betriebe im Klimabündnis" ist maßgeschneidert für Betriebe, die Energie sparen, Kosten senken und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Primäre Zielgruppe sind energieintensive Betriebe mit wenig Abfallaufkommen wie Wäschereien, Putzereien, Lebensmittelhändler, Fleischer, Bäcker und Betriebe mit wenig standortbezogenen Umweltauswirkungen, wie z. B. Büros, Installations-, Bau- und Wartungsfirmen. Das Programm konzentriert sich vor allem auf die Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen,
wobei die Bereiche Energie, Verkehr, Einkauf/Beschaffung, Produktdesign und Projekte zum Schutz des Regenwaldes im
Mittelpunkt stehen.

"Ökoprofit" ist für die Betriebe der Einstieg ins Umweltmanagement. Es eignet sich besonders gut für Betriebe mit mehr als zwanzig Mitarbeitern, die noch nicht so viel Erfahrung im betrieblichen Umweltschutz haben, aber konkrete einzelne Maßnahmenschwerpunkte setzen wollen. Erfahrene "Ökoprofit-Berater" bringen den Betrieb in nur zehn Monaten auf Umweltkurs.
Schwerpunkte werden in den Bereichen Wasser, Restmüll, gefährliche Abfälle, Lösemittelemissionen und Energie gesetzt. Die bei "Ökoprofit" erarbeiteten Ergebnisse können unmittelbar für den Aufbau eines international anerkannten Umweltmanagementsystems
nach "EMAS" oder "ISO 14.001" genutzt werden.

Betriebe, die ein Umweltmanagement nach "EMAS" (EG-System für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung) aufbauen, setzen auf ein international anerkanntes Umwelt-Fullservice. Bei "EMAS" wird Umweltschutz im Management organisatorisch verankert,
um die Umweltsituation kontinuierlich und langfristig zu
verbessern. Fixer Bestandteil ist u.a. eine detaillierte Umweltprüfung, auf deren Basis ein Umweltprogramm mit konkreten Umweltzielen und Zeitplänen für die Umsetzung ausgearbeitet wird. Klar geregelt wird auch, wer für die Umsetzung der Maßnahmen und die Erfolgskontrolle verantwortlich ist. In einer Umwelterklärung werden dann alle wichtigen Ergebnisse zusammengefasst.

Das Programm "ISO 14.001" ist ein spezielles Angebot für jene Betriebe, die bereits ein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut haben, und nun zusätzlich auch die umweltrelevanten Bereiche des Betriebes systematisch erfassen und kontinuierlich verbessern wollen. Die internationale Normenserie "ISO 14.001" sorgt dafür, dass das Umweltmanagementsystem nach weltweit gültigem Standard konsequent aufgebaut und nach Möglichkeit in bestehende Managementsysteme zum Beispiel für Qualität oder Sicherheit integriert wird. "ISO 14.001" ist genauso wie "EMAS" ein Umweltmanagementsystem. Der Unterschied besteht vor allem darin,
wie die Umwelteinwirkungen, die Umweltleistungen und das Managementsystem nach außen kommuniziert werden. Bei "EMAS" ist dafür eine verpflichtende Umwelterklärung vorgesehen, die bei "ISO 14.001" nicht verlangt wird.
Das "Umweltzeichen Tourismus" ist ein spezielles Programm für alle Wiener Hotellerie- und Gastronomiebetriebe mit speziell auf die Anforderungen des Tourismus in einer Großstadt abgestimmten Beratungsunterlagen. Die Schwerpunkte: Abfallvermeidung, Abfallverwertung, Abfallentsorgung, Energieversorgung, effizienter Energieeinsatz, (Ab-)Wasser, Einkauf und Reinigung. Die Maßnahmen basieren auf dem anspruchsvollen Kriterienkatalog des "Umweltzeichens Tourismus", der vom Österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) ausgearbeitet wurde und den
modernsten Standards umweltschonender Hotellerie- und Gastronomieführung entspricht. (Schluss) ma

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Renate Marschalek
Tel.: 4000/81 070
e-mail: mar@guv.magwien.gv.atPID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK