Wirtschaft unterstützt langfristige Sicherung der Pensionen

Beschäftigung älterer Arbeitnehmer durch Anreize für Unternehmer gesichert - WKÖ-Belangsendung am 21.6. in Ö1

Wien (PWK) - Seit 1970 ist die Lebensarbeitszeit der Österreicher unter anderem auch aufgrund längerer Ausbildungszeiten um acht Jahre gesunken. Gleichzeitig ist die Dauer des Pensionsbezugs wegen der längeren Lebenserwartung um durchschnittlich neun Jahre gestiegen. Eine Kluft, die künftigen Generationen zur Falle werden könnte, wenn das
Pensionssystem nicht rechtzeitig darauf abgestimmt wird. Der Pensionsexperte der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Martin Gleitsmann, erläutert das Problem so:

"Wenn wir den Trend zur Frühpension nicht wirksam eindämmen, werden die heute 30- bis 40-Jährigen entweder nur einen wesentlich geringeren Prozentsatz ihres letzten Aktivbezugs an Pension erhalten oder sie werden deutlich höhere Pensionsbeiträge bzw. Steuern zahlen müssen oder aber erst nach dem 70. Lebensjahr in Pension gehen können. Ich glaube, diese Bürde können wir der jüngeren Generation nicht auflasten. Das wäre extrem unfair."

Die Pensionsreformpläne der Bundesregierung setzen daher auf eine langfristige Sicherung der Pensionen und werden von der Wirtschaft trotz erheblicher Einschnitte im Großen und Ganzen unterstützt. Die Eckpunkte dabei sind laut Dr. Gleitsmann: "Die Erhöhung des Pensionsanfallsalters für die vorzeitigen Alterspensionen, die Erhöhung des Abschlages bei vorzeitiger Inanspruchnahme der Pension, eine Neuregelung der Hinterbliebenenpensionen und, was bereits vom Parlament beschlossen wurde, eine rasche und EU-konforme Neuregelung der Frühpension bei geminderter Erwerbsfähigkeit."

Als überzogen und kontraproduktiv kritisiert die Wirtschaftskammer allerdings die vorgesehenen Begleitmaßnahmen zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Gleitsmann: "Die Verbesserung der Situation für ältere Arbeitnehmer kann vor allem durch Anreize für die Unternehmen erreicht werden. Mit der Verstärkung des Bonus bei der Einstellung Älterer ist das bereits geschehen. Die ursprünglich geplante drastische Erhöhung der Maluszahlungen bei Kündigung über 50-Jähriger konnte nun auf ein vertretbares Ausmaß reduziert werden."

Die Ausdehnung des speziellen Kündigungsschutzes für ältere Dienstnehmer auf Kleinbetriebe mit weniger als fünf Arbeitnehmern scheint aus der Sicht der Wirtschaft allerdings nicht zielführend.

Gleitsmann: "In diesem Zusammenhang ist es uns aber zumindest gelungen, dass statt einem generellen Kündigungsschutz ab 50 nur die Jahrgänge unmittelbar vor dem Pensionsantritt geschützt werden sollen."

Wenngleich die Wirtschaftsvertreter also nicht mit allen Maßnahmen der Pensionsreform einverstanden sind, überwiegt auf Arbeitgeberseite aber doch die Bereitschaft, zu einer langfristigen Sicherung des Pensionssystems beizutragen. (pt)

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