"Kleine Zeitung" Kommentar: "Uns mag man eben" (von Ernst Heinrich)

Ausgabe vom 20.06.2000

Graz (OTS) - Einerseits sind uns Österreichern die Sanktionen der anderen EU-Länder ja recht lästig. Andererseits haben sie aber auch ihr Positives: Ein klein gewordenes Land fühlt sich plötzlich wieder ein wenig groß. Denn immerhin wecken die mächtigen Herren Chirac, Schröder oder Blair bei den diversen EU-Gipfeln in letzter Zeit deutlich weniger Medieninteresse als unser Schüssel. Wo immer der Neo-Krawattenträger und seine aparte Außenministerin auftauchen, ist ihnen ein Blitzlichtgewitter sicher.

Vergeblich bemühte sich EU-Ratspräsident Antonio Guterres, den Gipfel in Feira zu "entösterreichisieren". Österreich ist in aller Munde - und das im wahrsten Sinn des Wortes, stellte doch die Initiative "Fairness for Austria" vor dem Eingang zum Konferenzzentrum in Feira einen Info-Bus auf und verteilt dort Süßes: Sachertörtchen und Manner-Schnitten, wobei die Symbolik der Schnitten geradezu genialhintergründig ist: Obwohl uns das offizielle Europa in den letzten Wochen geschnitten hat, sind wir Thema Nummer eins. Uns mag man eben.

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