Slacik : Neue Bundesregierung fürchtet ernsthafte Diskussion

Verschlechterungen für 1000ende Jugendliche in "Nacht und Nebel-Aktion"

Wien (ÖGB-NÖ) "Die geplanten Änderungen im Berufsausbildungsbereich bringen massive Verschlechterungen für 1000ende Jugendliche, die in einer 'Nacht und Nebel-Aktion' eingeführt werden sollen. Die neue Bundesregierung fürchtet sich offenbar vor ernsthaften und qualifizierten Diskussionen, stattdessen wird bestimmt und erst im Nachhinein informiert", kritisierte Montag der Landesvorsitzende der ÖGJ-NÖ, Patrick Slacik, im Zusammenhang mit der so genannten "Lehrlingsoffensive" der Bundesregierung, die in Wahrheit einer Zerschlagung der hohen Ausbildungsqualität in Österreich gleichkommt und Tausende Jugendliche der Willkür der "Lehrherren" - bis vor kurzem noch Ausbildner, bald aber Ausnutzer -ausliefert.++++

"Während bisher Jugendliche, die keine Lehrstelle fanden, eine vollwertige Ausbildung erhielten, sollen sie nun in unverbindlichen Lehrgängen beschäftigt werden, die die Unternehmer nicht einmal anerkennen müssen", warnte Slacik. Massive Kritik übt der ÖGJ-NÖ Landesvorsitzende auch an der geplanten "Vorlehre', die eine "Schmalspurausbildung" bedeutet, mit der Hilfsarbeiter in den Betrieben durch noch billigere Jugendliche ersetzt werden können. "Dazu kommt noch, dass die Jugendlichen während der ersten sechs Monate jederzeit gekündigt werden können und wieder auf der Straße stehen", unterstrich Slacik. Aber es kommt noch dicker: Denn der "Lehrherr" entscheidet, ob die Jugendlichen aus der Vorlehre überhaupt in ein reguläres Lehrverhältnis umsteigen dürfen. "Dem Missbrauch ist damit Tür und Tor geöffnet - und zwar einem Missbrauch der Jugendlichen als Billigstlohnsklaven ohne Zukunftshoffnung, der 'Gnade' der 'Lehrherren' ausgeliefert", der ÖGJ-Landesvorsitzende.

Die Diskussionen der letzten Monate haben klar gezeigt, dass den meisten Unternehmen um reine Gewinnmaximierung geht, auch auf Kosten der Lehrlinge. "Diesem widerlichen Weg leistet die neue Bundesregierung nicht nur Vorschub, sie manifestiert ihn auch noch gesetzlich unter dem Vorwand einer Lehrlingsoffensive", so der ÖGJ-NÖ-Landesvorsitzende abschließend.

ÖGB, 19. Juni 2000
Nr. 517

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