AKNÖ-Präsident Staudinger: Regierung killt die Lehrlingsausbildung!

Stiftungen werden gestrichen, Initiativantrag statt Begutachtung

Wien (OTS).- "Die Regierung plant diese Woche eine großangelegte Änderung bei den Integrationsmaßnahmen in der Lehrlingsausbildung. Die hochwertige Berufsausbildung in Stiftungen, die sich in ganz Österreich bewährt hat, wird gestrichen." Das stellt der Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, Josef Staudinger, fest. Damit würden Jugendliche, die aufgrund der stark gesunkenen Ausbildungsbereitschaft der Unternehmer durch den Rost zu fallen drohen, all ihrer Perspektiven beraubt, so Staudinger. Der AKNÖ-Präsident fürchtet um die Qualität der Berufsausbildung und kritisiert, dass es Bartenstein und Co offenbar nur mehr um die Verwertbarkeit der Arbeitskraft Jugendlicher geht.***

Präsident Staudinger weiter: "Durch die Ausbildung in Lehrlingsstiftungen und besonderen selbständigen Ausbildungseinrichtungen hatten wir bis jetzt die Möglichkeit, fern der verzopften Meisterlehre Jugendlichen eine zukunftssichere Ausbildung anzubieten, die in an Qualität ihresgleichen sucht. Bei den Stiftungen des Berufsförderungsinstitutes NÖ stand die Ausbildung und Förderung im Vordergrund und nicht die Verwertbarkeit der Arbeitsleistung."

Vollkommen lächerlich sei aber, die Abschaffung der Stiftungen mit Erfolglosigkeit nach schon zwei Jahren (bei im Schnitt 3 jähriger Ausbildungszeit) zu begründen. Staudinger: "Das wäre ja glatt so als würden wir demnächst Gymnasien abschaffen, weil nach der 6. Klasse noch niemand die Reifeprüfung hat."

Mit der Novelle zum Jugendausbildungssicherungsgesetztes, das noch dazu per Initiativantrag, also ohne Begutachtungsmöglichkeit durch die AK, durchgedrückt werden soll, würden aber auch noch andere tiefgreifende Einschnitte im Sicherungsnetz der dualen Berufsausbildung vollzogen. Der AK-Präsident nennt beispielsweise die Einrichtung der "Vorlehre für Alle" und den Umstand, dass auch die Anrechnung von Vorlehrzeit auf ein nachfolgendes reguläres Lehrverhältnis der Disposition der Dienstgeber unterliegen sollen. Das alles sei ein Rückschritt in die Steinzeit der Ausbildung.

Staudinger kritisiert, dass die Milliardenförderungen nach dem Gießkannenprinzip und ohne Anspruch auf Qualität, die die Wirtschaft in den vergangenen Jahren erhalten hat, ohnehin ausschließlich der Einführung des Lehrgeldes durch die Hintertüre gleich gekommen sei. Dabei war gerade für das Bundesland Niederösterreich zu bemerken, dass die Lehrlingsausbildung in Handel, Gewerbe, Industrie und Tourismus von 1998 auf 1999 um 3 % zurückgegangen ist. Nur durch die Bildungsmaßnahmen des Nationalen Aktionsplanes für Beschäftigung (NAP) und des NÖ TEP (Territorialer Beschäftigungsplan) war unter dem Strich ein leichtes Plus zu vermelden. Jetzt mit den positiven Arbeitsmarktzahlen die Abschaffung der Ersatzmaßnahmen zu argumentieren, sei wirklich eine perfide Vorgangsweise.

Präsident Staudinger abschließend: "Mir geht es um die Zukunftssicherung unserer niederösterreichischen Jugendlichen. Die Arbeiterkammer Niederösterreich wird alle rechtlichen und demokratischen Möglichkeiten ausnützen, die in unserem Bundesland äußerst bewährten Bildungsmaßnahmen zu erhalten. Jugendliche sollen auch in Zukunft ausgebildet statt ausgebeutet werden."

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