Tl. Metall - Textil: Starke Stimme für Beschäftigte

Csörgits, Tumpel, Ederer bei Eröffnung (2. Gewerkschaftstags-Bericht)

Wien (Gewerkschaften Metall - Bergbau - Energie und Textil, Bekleidung, Leder/ÖGB) "Wir werden uns nicht auseinander dividieren lassen", sagte Metallervorsitzender Nürnberger bei der gemeinsamen Eröffnung der Gewerkschaftstage von Metaller- und Textiler-Gewerkschaften. "Egal ob Post, Eisenbahn, Beamte oder Gemeindebedienstete - der ÖGB lässt sich nicht spalten!"++++

Es gehe nicht darum, so Nürnberger weiter, ob Eisenbahner mit 53 oder mit 54einhalb Jahren in Pension gingen. Es gehe auch nicht darum, ob Lehrer 19 oder 20 Stunden arbeiten. "Es geht darum, ob die Regierung Vereinbarungen einhält. Und es geht um die Gesprächskultur in diesem Land!" Als Beispiel für den Umgang der Bundesregierung mit der Sozialpartnerschaft nannte Nürnberger das Fernbleiben des zuständigen Arbeitsministers, Martin Bartenstein: "Das ist seit 1945 das erste Mal, dass der für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zuständige Minister auf einem Metallergewerkschaftstag fehlt!"

"Eine Gewerkschaft kann nur so gut und aktiv sein, so viele Menschen in ihr aktiv sind", sagte Renate Csörgits, Frauenvorsitzende des ÖGB. "Es ist unzulässig, die Ergebnisse der Arbeit der Gewerkschaften als Privilegien darzustellen. Wir haben uns nichts ergaunert!"

"Wir haben in der Öffentlichkeit mit aller Deutlichkeit hinterlegt, was das Regierungsprogramm für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land bedeutet", sagte Mag. Herbert Tumpel, Präsident der Arbeiterkammer. "Dafür wurde uns vorgeworfen, Speerspitze gegen diese Regierung zu sein. Wir sind nicht Speerspitze gegen die Bundesregierung! Wir sind aber selbstverständlich Speerspitze, wenn es gegen die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land geht!"

Mag. Brigitte Ederer, amtsführende Finanzstadträtin in Wien, führte ein Beispiel funktionierender Sozialpartnerschaft aus der Bundeshauptstadt an. "In Wien ist es den Sozialpartner gelungen, den Trend am Arbeitsmarkt zu brechen, die Probleme gemeinsam in den Griff zu bekommen." In der Bundesregierung habe sich offenbar ein Aufatmen breitgemacht, "endlich müssen wir nicht mehr verhandeln." "Erfolge in einer Demokratie kann man nur dann erzielen, wenn breite Teile der Interessen der Bevölkerung berücksichtigt werden." Ederer gratulierte den Gewerkschaften Metall und Textil zur Entscheidung, sich zusammenzuschließen. "Das zeigt, dass enormes Reformpotential und fortschrittliches Denken da sind! Und unser Land braucht starke Gewerkschaften!"

(Programm siehe OTS 0165 13. 6. 2000)

ÖGB, 19. Juni 2000
Nr. 514

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