Gewerbeverein: Appell an Opec, Maß zu halten.

Wien (OTS) - Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) appelliert an die Opec anläßlich ihres nächsten Treffens übermorgen, nicht das Augenmaß zu verlieren. Es mag zwar kurzfristig gesehen lukrativ sein, 30 Dollar je Barrel Rohöl und mehr einzustreifen. Das Ölkartell möge sich aber darüber im klaren sein, dass einen derartigen Preis eine sich nun erholende Weltwirtschaft längerfristig nicht verkraften wird können.

Wir waren ja schon einmal bei 70 Dollar je Barrel (inflationsbereinigt). Die Folgen haben allen Beteiligten nicht gut getan. Die Inflation stieg, das Wachstum brach ein und die Opec-Länder schadeten sich selbst mit dieser Preistreiberei.Einziger Vorteil: Die Industrieländer ersannen neue Technologien, die energiesparender waren - ein Innovationsprozess wurde eingeleitet. Selbstverständlich waren auch die knapp 10 Dollar/Barrel Mitte 1998 nicht fair, aber sie waren Ausfluss einer wirtschaftlichen Fehlentwicklung (Nachfrage-Rückgang infolge Asienkrise).

Das künstliche Knapphalten eines essentiellen Rohstoff der globalen Industrie ist eine Form von Druckausübung, die weder moralisch gerechtfertigt ist, noch mittelfristig Sinn macht. Die Rückkehr zu einem gemäßigten Erdölpreis kann nur das Gebot der Stunde für die Opec-Verantwortlichen bei ihrer Sitzung übermorgen sein. Kurzfristige Begehrlichkeiten mögen zwar interessant klingen - auf Dauer werden sie zum Rohrkrepierer.

Immerhin mögen die Opec-Partner eines wissen: Am meisten von der Rohölpreistreiberei profitieren die Finanzminister der Industriestaaten. Wenn die Produzenten 30 Dollar je Barrel einstreifen, dann bekommen die Regierungen über die Steuer mehr als das Dreifache - nämlich hundert Dollar aus jedem Barrel. In diesem Sinne sind auch die EU-Staaten aufgerufen, die übermäßige Besteuerung - etwa von Benzin - einmal zu überdenken. Immerhin zahlt der US-Autofahrer infolge der dort moderaten Steuern auf Treibstoffe 6,50 öS je Liter Benzin, der Österreicher aber bis zu 15 Schilling.

Mit etwas Klugheit könnten sowohl die Erdöllieferanten, wie die Regierungen das im Wortsinn "wichtigste Schmiermittel" der Wirtschaft preislich wieder so gestalten, dass daraus für alle Beteiligten eine Win-win-Situation wird.

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