"Goldener Rathausmann" für Joschi Weidinger

Wien, (OTS) In Anerkennung seiner großen Leistungen für den österreichischen und speziell Wiener Breitensport sowie zur Erinnerung an den denkwürdigen Tag vor über 50 Jahren, wo er im Wiener Stadion den Europameistertitel errang, zeichnete am Montag Vizebürgermeisterin Sportstadträtin Grete Laska den bereits zu Lebzeiten zur Legende avancierten Joschi Weidinger mit dem
"Goldenen Rathausmann" aus.

"Ihre großartigen Leistungen", so Grete Laska in der Würdigung, "haben die Sportfans über Jahrzehnte in Erinnerung behalten. Das ist wohl der beste Beweis dafür, welchen Stellenwert sie damals und vor allem noch heute haben".****

Die Laudatio hielt Sportamtsleiter Bereichsdirektor Dr. Ferdinand Podkowicz. Am 3. Juni 1950 schlug Joschi Weidinger, ein echter Wiener, 1923 in Ottakring geboren, in der Praterarena vor 35.000 fanatischen Zuschauern den Franko-Polen Stephan Olek und holte sich damit den 5. Europatitel im Berufsboxen für unser Land.

Das ist Joschi Weidinger: Schon als Amateur beim Klub SW Westbahn war er absolute Spitzenklasse im Schwergewicht und wechselte sofort nach dem Krieg ins Profilager. 1947 sorgte er als krasser Außenseiter für den Sensationserfolg im europäischen Schwergewichtsturnier in Brüssel. 1948-49 wagte er als neue "Weiße Hoffnung", gemanagt von Ex-Weltmeister jack Demsey, eine Amerikareise, gewann als "Joe Weidin" vier der acht Kämpfe, verlor dann durch eine schwere Cutverletzung gehandicapt als Nr. 8 der Weltrangliste 1949 gegen den Weltranglisten-Dritten Lee Oma nur hauchdünn nach Punkten. Dann sein größter Kampf in Wien und den vakanten EM-Titel, wo er gegen Olek nach 15 Runden einen
Punktesieg landen konnte. Es war dies die erste Großveranstaltung nach dem zweiten Weltkrieg in der Bundeshauptstadt.

1951 verlor er diesen Titel in London gegen den Briten Jack Gardner, wegen einer Augenverletzung nahm er ein Jahr später Abschied vom Ring, um dann später Funktionär, als Präsident des Österreichischen Berufsboxverbandes, Vizepräsident des WBC und Vorstandsmitglied des Fußballklubs SK Rapid, Erfahrungen weiterzuvermitteln. Der heute 77-jährige Weidinger ist seiner Heimatstadt stets treu geblieben, arbeitete bis zur Pensionierung als Angestellter der Casino AG. "Sie sind einfach beispielgebend für alle Facetten des Sports, durch ihre Einstellung und ihr vorbildliches Wirken", sagte Vizebürgermeisterin Grete Laska bei der Überreichung der hohen Auszeichnung. (Schluss) hof/bs

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