NÖ Donaufestival-Eröffnung 2000:

Mit Produktionen zwischen Avantgarde, Shakespeare und fremden Kulturen!

Krems (OTS) - Mit dem von über 700 Eröffnungsgästen besuchten Kultur-Event "Korean Drums" und der innovativen Eigenproduktion "Naso" eröffnete das NÖ Donaufestival am Abend des 16. Juni 2000 in Krems den Reigen der Metamorphosen.

Der Star des Festivals heißt Ovid! Von Ovid als Dichter und Rebell, als Skeptiker, Künstler und Kultfigur, von Ovid als Autor der "Metamorphosen" hat sich das diesjährige NÖ Donaufestival sein Motto geliehen: "Metamorphosen. Zeit der Entdeckungen". Das Motto steht für ein Programm, dessen Bogen sich von der Antike über die Renaissance zur Gegenwart spannt, für die Entdeckung fremder Kulturen und deren Kunstformen sowie unkonventioneller Spielstätten. Wie zum Beispiel die Werkshalle der Kremser VOEST Alpine, die am Eröffnungsabend des 16. Juni zum Schauplatz einer Trommel-Tanz-Performance wurde, die von über 700 Besuchern regelrecht gestürmt wurde: Unter dem Titel "Korean Drums" begeisterten 37 entfesselte Trommeltänzer aus Südkorea durch den facettenreichen Brückenschlag von suggestiven Rhythmen einer Jahrhunderte alten Tanz- und Trommelkunst zu zeitgenössischen Klangelementen. Intendant Alf Krauliz über die Besonderheit dieser Spielstätte: "Die Werkshalle der VOEST als industrieller Raum ist ein Signal und Bestandteil eines Konzeptes: der Positionierung von Kunst im Spannungsfeld zwischen Inspiration, Kunst und Wirtschaft, zwischen Humanismus und dem rein materialistischen Denken."

Ovids Hauptwerk "Metamorphosen", Lieblingslektüre von Shakespeare, steht 2000 Jahre nach seiner Entstehung im Mittelpunkt des NÖ Donaufestivals. Und zwar als diesjährige Eigenproduktion "Naso". Ausgehend von Ovids Metamorphosen setzt sich der Regisseur Zeno Stanek mit brisanten Themen wie dem Spannungsverhältnis zwischen Kunst, Macht und Staat, mit Zensur und Exil-Künstlern auseinander. Das Ergebnis: ein Stück Ereignistheater mit klaren Bezügen zur Tradition Shakespeares, in dem sich innovative Klangbilder des Janus-Ensembles mit Slapstick, Entertainment, Klassik- und Variete-Elementen zu einem sinnlich-avantgardistischen Gesamtkunstwerk verbinden.

Auf die Spuren von Ovids "Metamorphosen" und somit auf eine künstlerische Entdeckungsreise begeben kann man sich noch bis 2. Juli im Rahmen des NÖ Donaufestivals: etwa beim Renaissance-Symposion "Im Mittelpunkt steht der Mensch" im Stift Melk, beim Konzert "Klassik im Werk" mit den Brünner Philharmonikern und Starsolist Alexandre da Costa in der Werkshalle der VOEST Krems, bei musikalischen Interpretationen des Barock-Ensembles "Il Giardino Armonico" in den Renaissance-Räumen des Teissenhoferhofs, Weißenkirchen oder bei den feurigen Klängen des 100-köpfigen "Zigeuner Orchesters Bihari" auf der Donaubühne Tulln. Im zweiten Teil seiner Stanek-Personale präsentiert das Donaufestival mit der Aufsehen erregenden Mitterer-Inszenierung "Krach im Hause Gott" ein Weltuntergangsszenario - die letzte Metamorphose. Zu einem circensischen Abenteuer lädt der österreichische Zirkus Meer mit seiner brandneuen Produktion "Dao, der Weg des Marco Polo". Und mit Shakespeares Verwechslungs- und Verwandlungskomödie "Was ihr wollt" zeigt die Bremer Shakespeare Company unter Vera Sturms Regie eine grandios gespielte Inszenierung des Meisters der Verwandlungen.

Ebenfalls ganz im Zeichen Ovids und der Renaissance stehen zwei Lesungen von Schauspielstars und Renaissancemenschen: Klaus Maria Brandauers "Geschichten von steter Verwandlung" im Stadttheater St. Pölten und Tobias Morettis & Sibylle Canonicas "Flucht ins Leben" nach Boccaccios Decamerone, musikalisch begleitet vom Ensemble Unicorn.

Eine Bühne für in Österreich noch weitgehend unbekannte Künstler und interessante Newcomer ist das Kremser Spiegelzelt: für Entertainer und Herzensbrecher Gernot Kranner, für die beiden Kleinkunst-Talente Tanja Ries und Martina Brandl aus Berlin, für die humoristische Othello-Interpretation des Vollblutkomödianten Bernd Lafrenz sowie für den Sprach-Jongleur und Toilett-Künstler Marcus Jeroch.

ß

Information & Karten: NÖ Donaufestival Ticket Express,
Tel. 02236/21212

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