101. Österreichischer Ärztekammertag Scharfe Kritik der Ärztekammer an Spitalsfinanzierung

Pjeta weist auf schwere Mängel der LKF hin - Ärztekammertag fordert deren Beseitigung im Zuge der politischen Verhandlungen um Spitalsfinanzierung

Bad Tatzmannsdorf (OTS) - Das in Bad Tatzmannsdorf tagende Ärzteparlament befasste sich Samstag auch mit Fragen der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF). "Dieses System weist eine Menge von Anlaufschwierigkeiten sowie grobe Mängel auf. Es ist zu fordern, dass diese Schwächen im Zuge der anstehenden Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über die künftige Spitalsfinanzierung beseitigt werden", sagte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Otto Pjeta, am Rande des 101. Österreichischen Ärztekammertages.

Dem Ärztepräsidenten geht es vor allem um die Schaffung gedeihlicher und zumutbarer Rahmenbedingungen für die Arbeit der Spitalsärzte. Eine der Schwächen der LKF sei ihr hoher bürokratischer Aufwand auf Kosten der Zeit für Behandlung, Patientenzuwendung und ärztliche Ausbildung. Pjeta: "In einem Großteil der Spitäler werden die Bestimmungen des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes noch immer nicht eingehalten, die durch die LKF erforderliche Bürokratie trägt das übrige dazu bei, dass die Ärzte an der Grenze ihrer physischen und psychischen Leistungsfähigkeit arbeiten. Das muss sich ändern." Pjeta verweist darauf, dass die medizinische und rechtliche Verantwortung der Ärzte aufgrund der modernen Anforderungen an die Gesundheitsversorgung im Bereich der Spitäler und der ärztlichen Niederlassungen steige. Nach vorliegenden Erfahrungswerten würde jeder Arzt in den Krankenhäusern allein für die wegen der LKF erforderlichen Codierungen acht bis neun Stunden pro Woche benötigen.

Weitere Mängel der LKF: Das Punkte-System öffne finanzielle Optimierungsstrategien durch Zusatzdiagnosen-Umreihung, wobei es zu einer Punkte-Inflation und zu einem Werteverfall komme.

Die Bewertung der einzelnen Diagnose- und Leistungsgruppen sei willkürlich, intransparent und ohne erkennbare Berücksichtigung von medizinischem Fachwissen.

Die LKF wirke teilweise leistungsverhindernd. Denn moderne Verfahren wie Laparoskopie, Endo-Urologie würden unterbewertet. Auf der anderen Seite führe die Überbewertung einzelner Bereiche auf Druck der Anstaltsleitung zum Teil zu medizinisch nicht immer erforderlichen Leistungen", so Pjeta. (Forts. mögl.)

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