"profil" Aufregung um Spende Schönborns

Kardinal Schönborn überwies Entschädigung an ein Opfer der Affäre Dudzinski - verwendete Geldmittel der Bischofskonferenz ohne entsprechenden Beschlusss

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, herrscht in der katholischen Kirche Aufregung um eine Spende von Kardinal Christoph Schönborn. Der Wiener Erzbischof hat am 25. März 1,5 Mio. S. an eine Melker Ärztin überwiesen, die eine der Hauptgeschädigten der mutmaßlichen Betrügereien des polnischen Geistlichen Viktor Dudzinski ist.

Kritik wird kirchenintern vor allem an Art und Weise geäußert, wie Schönborn der Ärztin ihren Verlust ersetzte. Der Kardinal verwendete dazu nämlich Gelder aus dem Finanztopf der Bischofskonferenz. Die Ärztin bestätigte gegenüber "profil", dass auf dem Bankbeleg als auszahlende Stelle das Sekretariat der österreichischen Bischofskonferenz angegeben ist.

Um über die gemeinsamen Finanzmittel der Bischofskonferenz zu disponieren, benötigt allerdings auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz Schönborn einen Bschluss der Bischofskonferenz. Ein solcher wurde von Schönborn nach Angaben von "profil" aber nicht eingeholt, was die Überweisung nach Kirchenkreisen fragwürdig erscheinen lässt.

Dotiert ist das gemeinsame Konto der Bischofskonferenz mit jährlich rund 100 Millionen Schilling. Finanziert werden damit überdiözesane Einrichtungen wie die katholische Aktion. Gespeist wird der Finanzpool aus Kirchenbeiträgen und Geldern aus dem Restitutionsfonds, die vom Staat an die Kirche überwiesen werden.

Schönborn informierte die restlichen Bischöfe im Rahmen der Frühjahrstag der Bischofskonferenz erst drei Wochen nach getätigter Überweisung von seiner Spende an die Ärztin. Ob dieser Vorgangsweise herrscht nun laut "profil" unter den Bischöfen Unmut.

Eriche Leitenberger, der Pressesprecher von Kardinal Schönborn, verteidigt jedoch die Vorgangsweise des Kardinals. Leitenberger zu "profil": "Das war eine tragische Ausnahmesituation. Die Ärztin brauchte das Geld für die Erziehung ihrer Kinder. Es ging um eine humanitäre Aufgabe, wo man so schnell nicht die nötigen Beschlüsse herbeiführen konnte." Der Sprecher des Kardinals führt weiter ins Treffen, dass die Bischofskonferenz ihr Geld angeblich zurückerhalten soll. Leitenberger: "Der Kardinal hat die Zusage, dass die Summe der Bischofskonferenz von internationalen kirchlichen Stellen ersetzt wird. Aber das dauert seine Zeit."

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