Frei(e) Fahrt für Lehrlinge und andere Auszubildende

Die Forderungen der ÖGJ

Wien (ÖGJ). Bei Lehrlingen, SchülerInnen, PraktikantInnen und anderen Auszubildenden gelten hinsichtlich Freifahrt und Fahrtenbeihilfen unterschiedliche Regelungen. Eklatante Benachteiligungen schaffen hier Ungleichheiten unter den Jugendlichen, die durch nichts zu rechtfertigen sind.++++

Die Freifahrt- bzw. Fahrtenbeihilferegelung für Lehrlinge ist im Familienlastenausgleichsgesetz (FLAG) geregelt. Die Arbeits- und Ausbildungssituation hat sich seit den Sechzigerjahren, in denen diese Regelungen in Kraft traten, stark verändert. Leider berücksichtigt das FLAG weder die geänderte Situation auf dem Lehrstellenmarkt, noch Besonderheiten in den Bundesländern. In den letzten Jahren müssen immer mehr Schüler, aber auch Lehrlinge, eine Ausbildung in größeren Entfernungen in Kauf nehmen. Während früher der Wohnsitz der Auszubildenden meist nahe am Ausbildungsplatz lag, werden vermehrt weiter entfernte Schulen besucht, die spezielle Ausbildungen ermöglichen.

Das bedeutet, dass zusätzliche Zeit für den Weg zur Ausbildungsstätte und auch gestiegene Fahrtkosten anfallen. Wenn nämlich Lehrlinge zwei oder mehr Fahrausweise für die Fahrt in den Betrieb oder die Berufsschule benötigen, wird derzeit der Selbstbehalt auch zwei- oder mehrmals kassiert. Aber auch Lehrlinge in ländlichen Regionen werden gegenüber Lehrlingen in den großen Ballungsräumen schlechter gestellt. Ähnlich ungerecht ist die Lage von Internatsschülern, die als Wochenpendler gegenüber Schülern in zentralen Wohngebieten unterschiedlich behandelt werden.

FORDERUNGEN der ÖGJ

Die Österreichische Gewerkschaftsjugend will diese Ungleichheiten beseitigen:

Freifahrt während des Internatsbesuchs. Die Schulfahrtbeihilfe für die wöchentliche Heimfahrt vom Internat, die 1995 ersatzlos gestrichen wurde, soll wieder eingeführt werden. Auch für Lehrlinge und andere Auszubildende soll dies gelten.

Erhöhung der Fahrtenbeihilfe. Die Lehrlingsfahrtenbeihilfe soll wie die Schulfahrtbeihilfe so festgelegt werden, dass die tatsächlich anfallenden Kosten gedeckt sind. Die Beihilfe muss also erhöht werden.

Freifahrt auch bei privaten Verkehrsbetrieben. Wenn kein öffentliches Verkehrsmittel vorhanden ist, sollen die Jugendlichen auch Pendlerbusse und Ähnliches benutzen können, was derzeit nicht der Fall ist.

Erweiterung der Freifahrtsberechtigten. Der Kreis der Freifahrtsberechtigten soll um jene Jugendliche erweitert werden, deren Ausbildungsverhältnisse nicht im Berufsausbildungsgesetz geregelt sind. Gemeint sind z. B. KrankenpflegeschülerInnen, PraktikantInnen, Anlernlinge aber auch erwerbslose Jugendliche für die Fahrten vom/zum Wohn- bzw. Schulort. Außerdem soll die Freifahrtbeihilfe für die wöchentliche Heimfahrt auch all jenen Auszubildenden gewährt werden, die im Rahmen ihrer Ausbildung einen Zweitwohnsitz einrichten mussten.(ff)

ÖGB, 16. Juni 2000
Nr. 507

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