ÖGJ: Freie Fahrt für alle Auszubildenden

30.000 Unterschriften für die Aktion "Frei(e) Fahrt"

Wien (ÖGJ). Lehrling ist nicht Lehrling, BerufsschülerInnen sind nicht BerufsschülerInnen und andere Auszubildende sind weder das eine noch das andere. So stellt sich derzeit in Sachen Freifahrt die Situation dar, kritisierte der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, Albert Maringer, heute, Freitag, bei der Pressekonferenz nach der symbolischen Übergabe von 30.000 Unterschriften an Bundeskanzler Schüssel. Bundesjugendsekretär Stefan Maderner forderte die Gleichberechtigung für alle Auszubildenden, statt "Karenzgeld auch für Millionärsgattinnen".++++

Berufsschüler im Internat haben keinen Anspruch auf Freifahrt, KrankenpflegeschülerInnen sind rein rechtlich weder SchülerInnen noch Lehrlinge, daher haben sie keinen Anspruch auf Freifahrt. Maringer:
"Dieser Missstand muss abgestellt werden. Leider verhindern das die Regierungsparteien und der Bundeskanzler hat keine Zeit sich dieser Ungerechtigkeit anzunehmen". Dabei gibt es noch weitere kuriose Regelungen.
SchülerInnen haben auch bei privaten Verkehrsbetrieben "freie Fahrt", Lehrlinge nicht, in einigen Bundesländern gelten jedoch private Verkehrsbetriebe als "öffentlich" und Lehrlinge haben daher Freifahrt. Maringer: "Wir wollen freie Fahrt für alle Auszubildende."

Völlig unverständlich ist für den ÖGJ-Vorsitzenden, dass Lehrlinge, wenn sie zur Fahrt in die Berufsschule ein anderes Verkehrsmittel benützen müssen, als zur Fahrt in den Betrieb zwei mal den Selbstbehalt von 270 S bezahlen müssen. Die ÖGJ fordert weiters, dass auch Lehrstellensuchende freie Fahrt bekommen.

Maderner bedauerte, dass sich der Bundeskanzler "keine Zeit für die Probleme der Auszubildenden genommen hat." Wie dramatisch die Situation für viele Lehrlinge ist, zeigt ein Beispiel. Für einen Pflastererlehrling aus Vorarlberg fallen während seiner Berufsschulzeit in Graz Fahrtkosten von 44.400 S an. Der Bundesjugendsekretär: "Dazu kommen noch die Internatskosten etwa in der Höhe der Lehrlingsentschädigung." Maringer berichtet von einem Gespräch mit Sozialministerin Sickl. In diesem Gespräch habe sie das Anliegen zwar anerkannt, allerdings gleich festgestellt, dass es zuerst Karenzgeld für alle geben müsste. Maderner dazu: "Der Frau Ministerin ist offensichtlich Karenzgeld auch für Millionärsgattinnen wichtiger."(ff)

ÖGB, 16. Juni 2000 Nr. 506

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